Verlagsjubiläum

Morio, Lukas, Mausemut: Der mdv schärft sein Verlagsprofil

1. Oktober 2026
Nils Kahlefendt

Klein, mutig, unverzagt: So geht der Mitteldeutsche Verlag ins neue Programmjahr – und gönnt seinen jüngsten Titeln ein eigenes Imprint. 

Roman Pliske

Verleger Roman Pliske im neuen Domizil des mdv, der ehemaligen Villa des Historikers Gustav Hertzberg.

Was, bitte, haben der Mitteldeutsche Verlag und Udo Lindenberg gemeinsam? Beider Geschichte begann 1947, und von beiden hat man schon öfter bezweifelt, dass sie 2026 noch erleben werden. Als das Haus, in dem einst "Der geteilte Himmel" von Christa Wolf (1963) und Erik Neutschs "Spur der Steine" (1964) erschienen und in dem es berühmt gewordene Auseinandersetzungen um die Erteilung von Druckgenehmigungen gab (etwa um Bücher von Volker Braun sowie Erich Loest), nach einem ersten Management-Buy-out in Nachwendezeiten insolvent wurde, war das Rauschen im Blätterwald groß. Im November 1996 übernahmen der bereits pensionierte Ex-Verleger Eberhard Günther sowie Jochen und Stephan Schütze (Druckhaus Schütze) den ins Trudeln geratenen Verlag und begannen schuldenfrei als mdv Mitteldeutscher Verlag GmbH neu. Günther, der 1997 ausgeschieden war, und Hauptgesellschafter Stephan Schütze konnten sich zur 80-Jahr-Feier vor wenigen Wochen persönlich davon überzeugen, dass der Mitteldeutsche auf einem guten Weg ist.