Frankfurter Buchmesse

Sanierungswege werden geprüft

13. November 2020
von Börsenblatt

Um ihren Fortbestand zu sichern, muss die Frankfurter Buchmesse harte Einschnitte vornehmen und am Hybrid-Konzept arbeiten. Ein Stellenabbau ist bereits beschlossen.

Frankfurter Buchmesse ohne Hallenausstellung - ist das dann noch eine Messe? Die Frage wird in den Medien oft gestellt

Infolge der massiven Einnahmeausfälle in diesem Jahr und der unsicheren Planungsperspektive für 2021 werden bei der Frankfurter Buchmesse zurzeit „die zur Verfügung stehenden Sanierungswege geprüft.“ Das teilte die Buchmesse heute mit. Das Programm soll spätestens bis Jahresende vorliegen. Fest steht aber bereits:

  • dass „die bestehenden Strukturen gestrafft“ werden sollen - beispielsweise durch die Zusammenlegung von Abteilungen.
  • Fest steht auch: Damit wird auch ein Stellenabbau verbunden sein.
  • Geschäftsführer Juergen Boos hat bereits heute Morgen Belegschaft und Betriebsrat über den Stand der Dinge und die geplanten nächsten Schritte unterrichtet.
  • Boos will in Kürze entsprechende Verhandlungen mit dem Betriebsrat aufnehmen.

Die Frankfurter Buchmesse will außerdem einen "Prozess „zur Modernisierung ihres Konzeptes" auf den Weg bringen. Ziel sei es, „den Fortbestand der Messe am Standort Frankfurt am Main langfristig zu sichern.“ Neben einer Präsenzmesse stehen dabei auch Hybridformate im Fokus. Die Frankfurter Buchmesse musste in diesem Jahr infolge der Corona-Pandemie ganz auf Standpräsentationen in den Frankfurter Messehallen verzichten. Alle Präsenzveranstaltungen auf dem Messegelände wurden abgesagt. Stattdessen veranstaltete die Messe ein kostenfreies multimediales Alternativprogramm – die Folgen der fehlenden Einnahmen werden nun in Form des angestoßenen Restrukturierungsprogramms deutlich.

„Die Frankfurter Buchmesse wird weiter eine Präsenzmesse bleiben, als internationaler Treffpunkt und Marktplatz der Branche“, unterstrich Buchmesse-Geschäftsführer Juergen Boos heute in Frankfurt. „Zugleich müssen wir uns alternativen Vermarktungs- und Dialog-Formaten öffnen, um den veränderten Bedürfnissen und Gewohnheiten aller Marktteilnehmer*innen gerecht zu werden.“

Frankfurter Buchmesse 2020: Direktor Juergen Boos am Büchertisch in der Frankfurter Festhalle

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, ergänzt: „Das Angebot und die Veranstaltungen der Buchmesse werden künftig zunehmend durch digitale und virtuelle Formate ergänzt werden. Die in diesem Jahr gewonnenen wertvollen Erfahrungen werden in das künftige Konzept der Frankfurter Buchmesse einfließen.“

Die Überlegungen der Frankfurter Buchmesse gehen dabei über die Planungen für die Messe im kommenden Jahr hinaus. Für 2021 geht die Buchmesse weiterhin von einer Präsenzveranstaltung in den Messehallen aus; die Verlage können in Kürze ihre Stände buchen. Zugleich laufen aber bereits die Planungen für ein erweitertes virtuelles Programm, für den Fall, dass die Corona-Pandemie eine Präsenzmesse erneut nicht zulasse, so die Messe.

„Die Frankfurter Buchmesse hat sich in ihrer über 70-jährigen Geschichte stets frühzeitig neuen Entwicklungen gegenüber geöffnet und ihr Konzept laufend modernisiert“, betonte Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. „Ihrem Markenkern als führender internationaler Marktplatz für erzählte Geschichten und Ideen ist sie aber stets treu geblieben. Das wird auch in Zukunft so bleiben.“