Festival auf Burg Hülshoff

Westopia wirbt für vielfältige und inklusive Literatur

10. August 2021
von Börsenblatt

Vom 1. bis 5. September findet auf Burg Hülshoff in Havixbeck bei Münster "WESTOPIA – Festival für eine mehrsprachige Literatur der Zukunft" statt. Dort geht es um die Frage, wie eine vielfältige und inklusive Literaturlandschaft aussehen könnte.

Ronya Othmann nimmt am Festival teil

Mit dieser Frage beschäftigt sich das Center for Literature (CfL) gemeinsam mit dem internationalen Autor*innenkollektiv foundintranslation und vielen Autor*innen und Künstler*innen, kündigen die Veranstalter an.

WESTOPIA mache die blinden Flecken des Literaturbetriebs sichtbar, der die Vielfalt und Vielschichtigkeit einer mehrsprachigen Literaturwelt nach wie vor nicht abbilde. Im Programm der meisten Literaturhäuser und Verlage spiegele sich nicht wider, dass in Deutschland viele Autor*innen leben und arbeiten, die auch in anderen Sprachen als Deutsch schreiben. Bis heute habe es kaum nennenswerte Debatten über Sexismus im Literaturbetrieb gegeben. Autorinnen seien weniger sichtbar als Autoren, Perspektiven von queeren Menschen würden kaum publiziert. Auch Menschen mit Behinderungen hätten erschwerten Zugang zum Literaturbetrieb, sowohl als Künstler*innen wie auch als Rezipient*innen.

Das Festival will neue Möglichkeiten, Arbeitsweisen und Formate entwerfen, und Visionen entwickeln – für eine Literatur der Zukunft, und für eine Gesellschaft, in der alle selbstbestimmt leben können.

  • Wie können Schriftsteller*innen besser wahrgenommen werden, die in Deutschland auch in anderen Sprachen als Deutsch schreiben?
  • Wie kann Literatur inklusiv werden?
  • Wie kann Literatur Erfahrungen von Migration, Sexismus, Diskriminierung, Klassismus oder Rassismus sichtbar machen?
  • Wie kann Kunst den gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten entgegentreten?

Mit diesen Fragen beschäftigen sich bei WESTOPIA zahlreiche Autor*innen und Künstler*innen, u.a. Antonia Baum, Verena Brakonier, Jan Brandt, Anežka Charvátová, Andrés Claro, Belo Miguel Cipriani, Tomás Cohen, George Demir, Stefanie de Velasco, Annika Dorau, Daniela Dröscher, Jivan Frenster, Heike Geißler, Greta Granderath, Hugh James, Martin Jankowsky, Nefeli Kavouras, Olivia Hyunsin Kim, Marleen Krallmann, Kuoko, Michaela Melián, Mette Moestrup, Mehdi Moradpour, Nástio Mosquito, Rodrigo Olavarría, Ronya Othmann, Ian Purnell, Jovana Reisinger, Philine Rinnert, Jake Schneider, Joana Tischkau, Alia Trabucco, Shlomi Moto Wagner, und Gruppen wie Handverlesen, House of [blænk], Fitzgerald & Rimini, Zweitzeugen e.V., Çakey Blond, 54books, die Lesebürger*innen des CfL in Diskussionen, Performances, Installationen, Workshops, Lesungen und Spaziergängen.

Nach dem Festival werde eine Forderung für eine mehrsprachige, transnationale und diverse Literatur entwickelt, um die Diskussion über einen vielfältigeren und inklusiven Literaturbetrieb voranzutreiben.

Detaillierte Infos zum Festivalprogramm: www.burg-huelshoff.de

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Westopia ist Teil des Projekts "The White White West?" und  wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie durch die Kunststiftung NRW und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Präsentiert von Der Freitag und 54books.