Zerstörte Verlagslogistik

Wie baut Ranok jetzt wieder auf?

10. September 2026
Redaktion Börsenblatt

Der ukrainische Verlag Ranok verlor bei einem russischen Angriff rund 8 Millionen Bücher. Die direkten Verluste: etwa 1 Milliarde UAH, rund 19,3 Millionen Euro. Der Verlegerverband sieht die Buchlogistik in Gefahr. Währenddessen arbeiten Verlage an dezentralen Strukturen.

ein verbranntes Buch mit Ranok Logo

Verbranntes Buch des Ranok Verlags: Was das Feuer verschont hat, haben Rauch und Löschwasser zerstört

Angriff und Wiederaufbau

Wie boersenblatt.net berichtete, hatte ein russischer Angriff am 1. August das automatisierte Logistikzentrum von Ranok in Kharkiv komplett zerstört. Rund 8 Millionen Bücher gingen verloren, darunter etwa 600.000 Schulbücher. In der Anlage lagerten rund 28.000 Titel. Die direkten Verluste schätzt Ranok auf etwa 1 Milliarde UAH, das sind umgerechnet rund 19,3 Millionen Euro.

Digitale Dateien und Buchlayouts waren über Cloud-Backups gesichert. Das Wissen und die redaktionelle Arbeit hinter Tausenden Büchern blieben erhalten; verloren waren aber laut Verlag die physischen Exemplare. Die Online-Shops nahmen den Betrieb über Ersatzlager wieder auf, mit kleinerem Sortiment und längeren Lieferzeiten.

Ranok stellt die Logistik auf kleinere Lager, alternative Lieferwege und zusätzliche Auftragskapazitäten um. "Die neue Realität erfordert ein verteiltes Netz kleinerer Lager, alternative Lieferwege und zusätzliche Kapazitäten für die Auftragsabwicklung. Das kostet mehr und erfordert mehr Koordination", teilte der Verlag mit.

Bis Ende August hatte Ranok den Nachdruck der zerstörten Schulbücher auf sechs Druckereien in Ukraine verteilt. Die Ersatzexemplare sollen bis Ende Oktober die Schulen erreichen.