Plagiatsvorwurf: Kommentar zu Hegemanns „Axolotl Roadkill“

Coole Selbstinszenierung nach szenetauglicher Maßgabe

Wolfgang Schneider kommentiert den Plagiatsvorwurf gegenüber Helene Hegemanns Roman "Axolotl Roadkill“ (Ullstein).

Wolfgang Schneider

Wolfgang Schneider © Tobias Bohm

Mein Eindruck nach ein paar Seiten Probelesen von „Axolotl Roadkill“ im Dezember: Bitte nicht schon wieder, nicht schon wieder dieser verbale Extremismus, nicht schon wieder so ein durch eigene Erfahrung ungedeckter Pubertätsburroughs, nicht schon wieder dieses aufgebrezelte Gerede vom Gewaltsex, dieses vor bühnentauglichen Klischees strotzende Bild wohlstandsverwahrloster Jugend, nicht schon wieder diese so leicht dahin behaupteten Schmerzgebärden, mit deren Manieriertheit die Autorin ja schon im allerersten Satz selbst kokettiert. Schon nach wenigen Seiten ahnt man, dass das Buch auf schnellstem Wege in den Berliner Technostampfer Berghain führen wird, den glühenden Kern aller Welterfahrung. Hab’s weggelegt – und mich dann gewundert über die Sturzbäche der Begeisterung in den Medien.

Natürlich habe ich das Buch unterschätzt. Vielleicht war ich ungerecht, weil ich kurz vorher „Naked Lunch“ noch einmal gelesen hatte und mir viele Motive deshalb so epigonal erschienen. Kein Zweifel, das Talent der jungen Autorin ist außerordentlich. Vor allem die Lakonie und Komik der Dialoge können beeindrucken, das lässige Hinwerfen filmisch prägnanter Szenen. Die Versiertheit, mit der die Siebzehnjährige die um 1960 von Burroughs eingeführte Cut-up-Methode praktiziert.

Aber was sucht die Welt im Roman einer Siebzehnjährigen? Eine Extraportion Authentizität. Eine Wagenladung voller Weltschmerz und Weltwut, wie sie älteren Autoren mit gedämpfterem Lebensgefühl so nicht mehr abgekauft wird. Der ewig jungwilde Maxim Biller sprach in seiner hymnischen Rezension denn auch von der Schönheit der „Aufrichtigkeit“. Das „Ich“-Konstrukt aus Hegemanns Buch dürfte aber zu den unauthentischsten Figuren seit langem gehören. All diese Erfahrungen sind doch offensichtlich angelesen, nicht dem „Grundgeräusch unserer Wirklichkeit“ abgelauscht, das die Kritikerin Ursula März im Roman vernommen haben will, sondern dem Grundgeräusch unserer Medien.

Im wahren Leben hat sich die Schulschwänzerin Hegemann kein Kokain, sondern eine Linie Bücher nach der anderen bei Dussmann reingezogen. Die Programmkinos und Theater Berlins waren die Dealer, die ihr reichlich guten Stoff gaben. Ihre intensive Medienerfahrung, ihre in der Ostberliner Theaterszene geschulte Begabung zur Wiedergabe von Jargon und Gruppensprachen, schließlich die vom Vater Carl Hegemann und Mentoren wie Christoph Schlingensief vermittelte Vertrautheit mit angesagten Diskursen und künstlerischen Provokationsmechanismen – all das hat Hegemann geschickt rückübersetzt in ein apokalyptisches Phantasma der Berliner Jugend.

Nun hat am Wochenende das „Gemachte“ des Buches zu massiven Plagiats-Vorwürfen geführt. Hat die Autorin ihren Roman zu nicht geringem Teil einfach mit kleinen Veränderungen abgeschrieben, besonders ergiebig bei der Technoprosa „Strobo“ des Berliner Bloggers Airen? Die erst vorläufige Sammlung von Parallelstellen, mit vielen wörtlichen Übereinstimmungen, ist beeindruckend und überzeugend. 

Haben wir es also nicht mit dem Drama des kaputten Kindes, sondern mit der Komödie eines Copy-and-paste-Plagiats zu tun? Haben wir uns das „popkulturelle Aschenputtel“ (Georg Diez) als putzmuntere Piratin vorzustellen? Während der Verlag jetzt schon mal vorsorglich Rechteinhaber auffordert, sich doch bitte zu melden (und zugleich die „Sharing-Kultur“ des Internets als zeitgemäßes ästhetisches Modell nahe legt), erläutet Helene Hegemann in einer eiligen Erklärung ihr Zitatverfahren, spricht von Einflüssen, Prägungen, intellektuellen Fremdeinschreibungen im eigenen Kopf, in dem jeder sowieso nur Untermieter sei. Und bezieht geschickt die aktuelle Urheberrechtsdiskussion mit ein. Wir haben es, das wird immer deutlicher, mit einer erstaunlich raffinierten Autorin zu tun.

Was ergibt sich daraus aber für die Beurteilung des Romans, für die scharfe Mischung aus Verzweiflung, Ekel, Selbsthass und Hardcore-Geplapper? Wenn das alles kein leidensdruckgetriebenes Schreiben, sondern überwiegend artifizielles Trash-Theater eines Volksbühnenwunderkindes ist, coole Selbstinszenierung nach szenetauglicher Maßgabe, dann erscheint der Roman tatsächlich „total unaufrichtig“ (Hegemann) – und streckenweise fast so abgeschmackt wie der Werbe-Trailer bei YouTube, wo Achtjährigen das Heroingeschwätz aus „Axolotl Roadkill“ in den Mund gelegt wird.

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18 Kommentar/e

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  • Rouben

    Rouben

    Treffer - versenkt...

  • Matthias Ulmer

    Matthias Ulmer

    Wirklich versenkt? Ich finde, wir erleben einen eigenartigen Vorgang. Die Autorin, die - soweit ich das beurteilen kann - schon den Ton einer Generation trifft, schreibt über das Problem dieser Generation, sich nicht echt zu fühlen. Und das schreibt sie so, dass man ihr jetzt vorwirft, das nicht echt zu fühlen. Und sie antwortet, dass sie sowieso nicht echt fühlen kann, weil sie nicht weiß was echt fühlen ist und was sie echt fühlt. Und deshalb nimmt sie Texte, die sich echt anfühlen um zu sagen, was sie echt fühlt.

    So in etwa stelle ich mir vor, gehts in den Köpfen zu. Und einerseits ist das sicher ein geiles Gefühl, sich einzubilden so durch den WInd zu sein. Und andererseits sitzen dann wieder so alte Säcke wie wir da und sagen, dass es das alles schon mal gab, dass nichts davon echt ist.

    Und: ja, es ist natürlich vor allem eine Attitüde. Und natürlich werden 99% dieser Generation genau so einen bürgerlichen Lebenslauf bekommen wie alle Generationen vor ihnen. Aber: solange man es wenigstens interessant findet, zu verstehen, was diese Generation, mit der wir immerhin die Straße, die Medien und das Urheberrecht teilen, was die denken und warum die so drauf sind, solange ist es auch kein Fehler wenigstens mal zuzuhören und nicht gleich "alles schon mal dagewesen" zu rufen.

    Natürlich hätte man vollkommen zurecht einem Picasso, McCarthy, Miles Davis oder David Lynch zurufen können: lasst gut sein, Jungs, ist alles schon mal da gewesen. Aber warum soll nicht jede Generation für sich in selbstgewählter Attitüde die Vorstellung der Einzigartigkeit kultivieren, wenn dabei doch laufend die schönsten Blüten entstehen?

  • anselm

    anselm

    Wow, das muß ich mir merken:
    das Wort "plagiieren" ist out, man redet jetzt von "intellektuellen Fremdeinschreibungen"! Auf so was muß man erst mal kommen! Super!

  • Amaryllis

    Amaryllis

    Danke für Ihren Kommentar, Herr Schneider, der doch den "Hype" ein wenig zurechtrückt.

    Ich hatte mich wirklich schon gefragt, in welcher Szenekneipe die gesammelte deutsche Literaturkritik ihren Verstand abgegeben hat.

  • Mara

    Mara

    Ausnahmwsweise bin ich mit Matthias Ulmer einer Meinung. Und trotz der "Nach-Lässigkeit" der jungen Autorin: es ist ein mitreissender und anregender Text entstanden.

  • Wolfgang

    Wolfgang

    Die Autorin hat das gemacht, was viele junge Mädchen in ihrem Alter tun: abschreiben, kopieren, STRG-C und STRG-V drücken und dabei die Unwahrheit sagen: sie habe "nur" vom Blog kopiert, ein Sachverhalt den der Verlag wiederlegen konnte. Dennoch, das Buch ist ein schöner Remix, die F-Sprache, die schon bei der Band Tic Tac Toe oder Bushido zum Erfolg führte, gepaart mit einem großen Verlag und einem großen Magazinbeitrag, hat den Erfolg gebracht. Das Buch wird sich glänzend verkaufen.

  • barbara bora

    barbara bora

    Das Mädchen hat brav kopiert, was sich gehört, was es gehört hat. Sie weiß, was die Medien/Lektoren/Kritik wollen und gibt es ihnen, denen ist es wirklich egal, woher es kommt oder ob es echt ist. Es verkauft sich. Und das tut es jetzt noch um zu besser. Die von Authentizität reden, sind die größten Blender. Armes Mädchen. Arme Literatur. Arme Kritik.

  • Michaela

    Michaela

    "Kommentar zu Hegemanns "Axolotl Roadkill" und den Plagiatsvorwurf" : Was ist das denn: DEN Plagiatsvorwurf. Ich bitte wenigstens HIER um Hochdeutsch!

  • Sondermann

    Sondermann

    Ehrlich, ich kann die Aufregung um Hegemanns "Laxheit in Fragen geistigen Eigentums" nur bedingt nachvollziehen. Was ist so ungewöhnlich an der Nehm-jeder-sich-heraus-was-er-grad-braucht-Mentali tät?
    So manche Coverversion ist heute in der Musik erfolgreicher als das Original; im Theaterbereich kann man mit der kommunikativen Aneigung, sprich:Kunstrezeption uralter Klassiker nach wie vor Erfolge feiern; neu eingeführte Konzepte frühkindlicher Bildung entlocken trotz ihrer modernen Begrifflichkeiten (z.B. scaffolding; just-in-time-learning) so manchem Pädagogen nur ein Gähnen, weil die Ideen nicht wirklich neu sind ... Daran hat man sich gewöhnt. Und jetzt wird Hegemann durchs Dorf getrieben. Warum?

  • Jörg Jahn-Meyer

    Jörg Jahn-Meyer

    Was macht man eigentlich als "Debütantin" oder "Debütant"? Man schaut hier und man schaut da. Was verarbeitet der und was verarbeitet die? Und streut die eigene Note mit hinein. So ist ein "Debütantinnenbuch/Debütantenbuch" in aller Regel nur ein Mixtum aus Geschriebenen und einem neuen literarischen Gewürz. "Strafmildernd" ist jedoch zu berücksichtigen, dass von einer jungen Dame auch keine brav abnickenden´ranickianischen Leistungen zu erwarten sind. Sie war und ist erfüllt von ihrem Erfolg und endlich ein eigenes Buch geschrieben zu haben.

    Schuld oder Nichtschuld, das ist hier die Frage. Sollte man nicht eher den zuständigen Lektoren die Schuld geben, im Vorfeld nicht den Finger erhoben zu haben? Die, die tagein tagaus so viel Literatur bearbeiten, lesen und umschreiben? Ich bin der Meinung, dass es immens schwer ist, wenn nicht gleich unmöglich ist, als Realschülerin oder junger Mensch ein Buch zu schreiben. Zu hoch sind die Einflüsse von außen. zu niedrig ist die Selbstbeherrschung und die Kraft sich an einem Absatz mal eine Woche aufzuhalten, Google macht es möglich sich "Eindrücke von der Stange" frei Haus liefern zu lassen. Links und rechts zu schauen, welches jedoch sekundär gesehen erstmal nicht verwerflich ist.

    Gelegenheit schafft jedoch auch Feinde. Da wird jemand zum Superautor gekürt und schon erheben sich die "Spione" aus der Versenkung. Da legen Lektorinnen und Lektoren anderer Verlage schon gerne mal den Finger in die Wunde und schauen ob man nicht weitere "Infektionen" hervor rufen kann.
    Finden tut man immer was. Dazu ist die Diversität aller literarischen Erscheinungen der letzten Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte zu groß. Parallelen lassen sich also immer finden,
    Subjektiv gesehen könnte man erstmal von mangelnder Reife der Autorin sprechen, denn im Allgemeinen schreibt man in dem Alter "Dumme-Jungens-Geschichten" über Pubertät und Liebesdinger und all den Truddelkram.
    Hier nur mal ein "kleiner" Review von auf den Markt gekommenen "Debütanten":
    Herr Medlock schreibt eine Biographie bei einem dreiwöchigen Krankenhausaufenthalt. Herr Bushido lässt aufschreiben, weil er aufgrund von "konzertantischen" Aktionen gar keine Zeit hat selbst 300 Seiten zu produzieren. Herr Paul Hartmut Würdig (Sido) lässt auch aufschreiben. Aber all diese "Abartigkeiten" bringen Geld in die Kasse der Verlage. Hochgestochene Literatur hat keinen Platz mehr in der Gesellschaft, besonders bei der Jugend, die ohnehin das Lesen verlernt hat. Hauptsache es gibt Herrn Bohlen und DSDS…

    Verlage krönen die Königinnen und Könige. Der Inhalt ist erstmal egal! Wichtig ist: „Boah, geil, da ist ne 17 jährige, die hat nen Buch geschrieben!“
    Also Jugend als Absatzfetisch. Frau Hegemann hat nur „abgeliefert“.

    Der klassische Start beginnt eher wohl bei BOD. Das ist das Sprungbrett. Wenn man da gut ist, dann kann man sich durch Verlage „bezirzen“ lassen. Aber ich denke so war es für den Verlag nur ein gefundenes „Fressen“. Nach dem Motto: „Jepp, jetzt haben wir was Frisches!“

    Und nun darf ich jetzt endlich zu Herrn Ulmer kommen:

    Nachdem ich meine Buchhandlung aufgegeben habe, gebe ich endlich wieder 100 Prozent meiner Kraft in meine Nachhilfeschule hinein. Innerhalb von 8 Jahren habe ich bislang 19500 Unterrichtsstunden geleistet. So höre ich mehr und differenzierter am Puls der Jugend. Die vielfältigen Probleme, auf den unterschiedlichsten „Parketten“. Wir, Herr Ulmer…. sie und ich, wir haben noch danach gefragt: Wer sind wir? Welche Identität haben wir? Was können wir bewegen? Wir haben uns gegen die Atomkraft engagiert! Wir haben Aktivität gezeigt. Wir haben uns echt gefühlt und wir sind echt! Wir sind noch aufgestanden, auch wenn es weh tat!!!

    Kennt eine Realschülerin den Ton von Hauptschülern, die Probleme aus Familien, die nicht nach Programm laufen? Kennt eine Gymnasiastin überhaupt das Leben mit seinen Ups and Downs?

    Reife erzeugt Literatur. Literatur erzeugt Euphorie! Große Verlage haben die Kraft diese Euphorie zu erzeugen!

    „halluzinatorische Entladung eines traumatisierten Bewusstseins sowie die gleichzeitige Parodie davon“ hat „Die Zeit“ geschrieben…Die Frage ist: Was würde Herr Ranicki dazu sagen (oh jetzt kommen sie alle und prügeln auf mich ein  )

    Die BILD-Zeitung vergleicht Frau Hegemann mit Frau Roche. Unter der „Gürtellinie zu berichten“ scheint Mode zu sein. „Ekligkeiten“ für das, was man sich sonst nur „über 18“ kaufen kann.

    Sollte mir nach“ Fickundkotz-Jargon“ zumute sein, dann kann ich mir auch von PONS, das jährliche Lexikon der Jugendsprache kaufen, welches noch erheiternd ist und mich auch auf dem Laufenden hält.

    Lese ich mir die Dialoge in Frau Hegemanns Buch durch, so entsprechen diese wohl gar nicht den Dialogen der heutigen Jugend. Eher ist es ein „Mixtum“ von hoch intellektuellen Phrasen:

    Zitat: „Wenn ich lüge, dann neurotisch und zwanghaft. Meine Lügen ergeben sich aus einer Abhängigkeit von metaphysischen Begebenheiten.“

    Es ist also schon hoch intelligent, wenn sich eine Realschülerin auf die metaphysische Ebene begibt… : - )

    Alles in allem wäre doch mal interessant, in welchem Zeitraum das Werk „Axolotl Roadkill“ entstanden ist.

    Das gesamte Thema erscheint mir daher sehr befremdlich. Mit allen diskutierten Schattierungen. Deswegen „kuschel“ ich heute ausnahmsweise mit Herrn Ulmer!!!

    „Alles ist da gewesen, alles wird gut, alle sind bedient, der Autor hat sein Auskommen, der Verlag hat sein Auskommen, die Presse hat was zu schreiben, die Buchhändler was zu verkaufen“ Alle sind glücklich!!!

    Jetzt mach ich aber Schluss!!! Übrigens….Schlingensief ist ein Gott!!! Schon mal seinen Parsifal in Bayreuth gesehen?

    Herzlichst…

    Jörg Jahn-Meyer





  • Permaneder

    Permaneder

    Mit wachem und drogenfreien Verstand bringt Herr Schneider hier den Sachverhalt auf dem Punkt.
    Da capo!!!

  • alexanderW

    alexanderW

    Sehr schön geschrieben Herr Schneider!
    Habe ich gerne gelesen.

  • peter garski

    peter garski

    Kein Aufregung: ist doch ein prima Lehrstück wie die Rezensions-Mafia funktioniert, oder? Schneiderlein, schneiderlein, leih mir deine Ehr....

  • saguenay

    saguenay

    Eigentlich eine feine Sache, wenn ein Buch für derart angeregte Diskussionen sorgt. Und einige der Beiträge hier sind wirklich gut geschrieben - wahrscheinlich mindestens ebenso gut wie das besagte Buch und zudem mit dem Vorteil behaftet, nicht von irgendwoher abgekupfert zu sein. Die Lektüre hat mir jedenfalls eine Menge Spaß gemacht, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob es jetzt besser ist, die Autorin zu kreuzigen oder ihr doch lieber einen Literaturpreis nachzuwerfen. Vielleicht ja von beidem etwas.

    Die Verkaufszahlen sprechen durchaus für sich, d.h. der Text, ob geklaut oder nicht, findet im Gegensatz zur Vorlage durchaus eine große Zahl interessierter Leser, was an sich ja schon mal eine feine Sache ist. Das ändert allerdings nichts daran, dass die Ausrede, man sei in einem (urheber)rechtsfreien Raum groß geworden und kenne dgl. nicht anders, für eine Autorin, die auf recht traditionelle Weise Geld für Ihr Buch verlangt, reichlich faul ist und in der Form eher von einem Rütlischulentrottel als einem literarischen Wunderkind zu erwarten wäre.

    Wie gesagt eine anregende Diskussion, die zu verfolgen Spaß macht. Das Buch selbst lesen werde ich mit Sicherheit nicht, denn ehrlich gesagt, interessiert es mich nicht übermäßig, was im Kopf einer 17jährigen so vorgeht. Maybe I´m too old and too rich for this....

  • Leser

    Leser

    Die ganze Diskussion ist ein bisschen merkwürdig. In einem Verlagsvertrag versichert man doch, der alleinige Inhaber aller Urheberrechte zu sein. Darf das Kind einen solchen mit 16 rechtskräftig unterzeichnen? Wird ja dann wohl der Papa gewesen sein. Derselbe, der dem Kind das Airen-Buch bestellt hat. Wird er ja Gründe dafür gehabt haben, gerade dieses zu nehmen. Und Papa war auch der erste, der das Manuskript vom Kind dann lesen durfte, hat das Kind in einem Interview gesagt. Hat der Papa da nicht gemerkt, was mit seinem Buchgeschenk passiert ist? Oder hat er es billigend in Kauf genommen? Und die Lektorin? Hätte die nicht mißtrauisch werden müssen, wie das Kind so rotzig-trotzig vom Leder zieht? Fragen über Fragen...

  • truth.ahn

    truth.ahn

    ob so mancher feuilletonist nun aus scham sein spiegelbild nicht mehr ertragen kann? geschenkt.
    aber wie kahm es dazu? ja, wahrscheinlich spielt zuviel vitaminB eine rolle. in unsrem feudalen kulturbetrieb ja keine seltenheit. aber das alleine kann die jubelstürme nicht alleine ausgelöst haben. ich stelle mir also die frage, was könnte all die litareraturpäpste noch dazu bewegt haben hier von einem meisterwerk zu sprechen. und da bemerke ich, dass ich die antwort vielleicht schon gegeben habe. es sind PÄPSTE. MÄNNER. und die finden die vorstellung einer 16jahrigen die über fotzenrasur und arschfick schreibt wahrscheinlich ziemlich reizvoll. es herrscht im deutschen feuilleton wohl sowas wie literatur-pädophelie. und der nächste paukenschlag in der deutschen-newcomer -szene wird dann wohl so lauten:
    9jährige wunder autorin schreibt den großen sex&drugs bericht der xy-generation. ob das dann auch geschrieben oder nur abgeschrieben ist wird dann wohl eher zweitrangig sein. was wirklich zählt ist die schmutzige phantasie 40jähriger kulturjournalisten.

  • Tintenhexe

    Tintenhexe

    Was mich wundert ist...
    a) dass anscheinend niemand die Pressemitteilung Hegemanns vorab geprüft hat. Oder fanden Agentin, Lektorin, Eltern die Mitteilung so toll, dass sie nicht eingriffen?
    b) dass Autoren, die von Hegemann kopiert worden sein könnten sich nun melden sollen. Kann Frl. Hegemann sich denn nicht mehr erinnern wo sie was geklaut, äh, pardon kopiert hat? Obwohl, es kurbelt sicherlich noch einmal den Umsatz des Buchs an, wenn diverse Autoren nun das Buch auf mögliche kopierte Textstellen prüfen.

  • Jörg Jahn-Meyer

    Jörg Jahn-Meyer

    man wird gespannt sein wie der zweite roman heißen wird...

    "spickzettel im kinderzimmer"?

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