Weltbild und der Rettungsplan von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz

Spekulationen um Paragon-Rückzug

Der Rettungsplan für Weltbild steht laut "Manager Magazin" auf tönernen Füßen. Sollten sich Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und Investor Paragon am morgigen Mittwoch nicht über die Bedingungen für eine Übernahme einig werden, könnte das gesamte Manöver scheitern, heißt es – Weltbild drohe dann die Zerschlagung.

Das Tauziehen um die Zukunft von Weltbild geht damit offenbar in die letzte Runde. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz ringt mit dem Investor Paragon unverändert um die Details der Einstiegs-Vereinbarung. Wie das "Manager Magazin" unter Berufung auf Verhandlungskreise meldet, ist für morgen ein klärendes Gespräch angesetzt – das alles entscheiden könnte: "In einer letzten Runde, die in Augsburg stattfinden wird, soll noch einmal um die Konditionen gefeilscht werden, unter denen die Private Equity-Leute bereit wären, das insolvente Verlagshaus als Ganzes zu retten und fortzuführen", schreibt die Zeitschrift.

Zerfällt Weltbild?

Paragon drängt angeblich auf weitere Sparmaßnahmen - dem "Manager-Magazin" zufolge bewegt sich der Konzern weiterhin in den roten Zahlen (Geiwitz hat bereits selbst darüber berichtet, siehe hier) und hat jeden Monat einen Verlust von fünf Millionen Euro zu verkraften. Von den derzeit noch 1.250 Mitarbeitern wolle Paragon deshalb weitere 150 entlassen und zusätzlich das Filialnetz verkleinern (von aktuell 167 auf 130 Standorte). Das Fazit des "Manager Magazins": Sollte es morgen zu keiner Einigung kommen, werde Geiwitz „eher früher als später zu Methoden greifen müssen, die er mit dem Verkauf an Paragon eigentlich vermeiden wollte: Das Unternehmen zerschlagen und seine Einzelteile verkaufen.“ Von keiner der beiden Seiten erhielt das "Manager Magazin" dafür eine Bestätigung.

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6 Kommentar/e

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  • Verkaufnix

    Verkaufnix

    Peinliche Vorstellung von allen Seiten. Seit Wochen hören wir, Paragon übernimmt, Paragon rettet und führt Weltbild komplett weiter. In Vorbereitung dieser großherzigen Rettung wurden schon mal reichlich Leute entlassen, neue Gebäude für die Zentrale auserkoren (und gemietet?) und einige weitreichende Entscheidungen getroffen. Und jetzt? Kommt einem so vor, als säßen da 2 auf dem Teppichbasar in Istanbul (oder wo auch immer) und feilschen fröhlich um den tatsächlichen Preis des Unternehmens. Nur, dass auf dem Teppich verdammt viele Leute sitzen, die sich wohl langsam aber sicher verschaukelt (das richtige Wort lasse ich mal wegen des guten Tons weg) fühlen müssen. "In einer letzten Runde, die in Augsburg stattfinden wird, soll noch einmal um die Konditionen gefeilscht werden, unter denen die Private Equity-Leute bereit wären, das insolvente Verlagshaus als Ganzes zu retten und fortzuführen" Wie lange feilscht man denn nach der Bekanntgabe einer Übernahme? Kennt man das aus seiner persönlichen Erfahrung? Ich gehe in ein Geschäft, sage nach langen Verhandlungen und eingehenden Begutachtungen des Objektes meiner Kauf-Begierde, dass ich kaufe. Dann sage ich noch, wohin geliefert werden soll, lasse das Kaufobjekt schon mal auspacken, umbauen und auf meine Bedürfnisse anpassen. Und kurz vor der Lieferung fällt mir ein, dass ich ja eigentlich doch irgendwie was anderes wollte und vor allem viel billiger. Also verhandel ich wieder -jetzt aber wirklich final- mit dem Verkäufer, dem fast nichts anderes mehr übrig bleibt, als meine erneute Preisminderung zu akzeptieren. Heuschrecken! Plage!

  • Robin

    Robin

    Ja glaubt denn irgend jemand, die Leute von Paragon wären die Heilsarmee ? Die steigen in ein Unternehmen nur ein, wenn sich das ganze auch rechnet. Da kann die Gewerkschaft noch so jammern und kämpfen, um weitere deutliche Einschnitte und drastische Sparmaßnahmen incl. Personalabbau im deutlichen dreistelligen Bereich wird niemand drumherum kommen. Wenn am Ende das ganze Unternehmen zerschlagen wird, werden viel viel mehr Mitarbeiter auf der Straße sitzen, die Gewerkschaftsleute wird das dann nicht mehr interessieren, die müssen schließlich nicht um ihren gut bezahlten Job bangen.

    Ergänzend muss darauf hingewiesen werden, dass auch der andere Big-Player Thalia nach Presseberichten zum Verkauf steht, also sollte Weltbild froh sein, einen Investor gefunden zu haben, der das Unternehmen als ganzes weiterführen will, aber bei zu erwartenden 60 Mio Verlust im Jahr wird kein Mensch der Welt einen solchen Laden kaufen.

    Also müssen ALLE Beteiligten die rosarote Brille absetzen und der Realität ins Auge schauen, sicher schmerzhaft, aber gibt es Alternativen ?

  • Weltbildplus Filialleiter

    Weltbildplus Filialleiter

    In anderen Berichten ist zusätzlich noch Folgendes zu lesen: "Paragon wolle, dass von den derzeit noch 1250 Beschäftigten der Weltbild-Gruppe weitere 150 in die von der katholischen Kirche finanzierte Transfergesellschaft wechseln. Außerdem solle das Filial-Netz von derzeit 167 Niederlassungen auf weniger als 130 Filialen geschrumpft werden – nur so sei die Kostenstruktur zukunftsfähig, nur dann werde das Private-Equity-Haus 20 Mio Euro frisches Kapital einschießen.
    Auf der Gegenseite wolle Verdi maximal den Abbau von 49 zusätzlichen Stellen akzeptieren und den Abbau von 50 Stellen im Logistikbereich verhindern."

    Das liest sich für mich als Filialleiter so, als ob die zusätzlichen Filialschließungen also schon beschlossene Sache sind, denn dagegen kämpft wohl niemand.
    Weder unser BR noch die Gewerkschaft. Oder verstehe ich sa was falsch.
    Uneinig ist man sich wohl nur noch über die Anzahl der Leute in Augsburg, die gehen sollen.
    Wir in den Filialen sind eh immer die letzten, die irgendwas erfahren. Na ja, wir sind wohl weniger wert als die hoch bezahlten Herrschaften in Augsburg. Wir sind eh nur dumme Arbeitsdrohnen. und dann passt es wieder. Warum sollte unser BR auch schlauer sein als wir. Hat uns billig verkauft, damit in Augsburg weiter gutes Geld bezahlt werden kann.
    Da sag ich doch danke.

  • Schluss damit

    Schluss damit

    Was denn nun? Anscheinend sind sich nicht einmal die Paragon-Leute untereinander einig. Manchmal ist von 250 Leuten die Rede, die entlassen werden sollen, jetzt wieder nur von 150. Erst einmal. Um der Gewerkschaft entgegen zu kommen? Der Gewerkschaft den Schwarzen Peter zuschieben zu können, wenn alles scheitert?

    Meiner Meinung nach hatte Paragon nie den Willen, Weltbild als Ganzes zu retten. Sie wollten nur die anderen Firmen aus dem Rennen werfen und dann doch genau das tun, was die anderen ehrlicherweise von Anfang an gesagt haben: Weltbild zerschlagen. Oder was ist es anderes, wenn aus den Verhandlungen berichtet wird, Paragon wollte die Logistik verkaufen bzw. als eigene Firma auslagern? Die Werbung sollte aufgelöst werden und externe Dienstleister sollten beauftragt werden. Klar kann man sagen, die Gewerkschaft müsste froh sein, wenn am Ende noch 50 Leute für Weltbild arbeiten. Besser als gar niemand mehr. Aber: Würde die Gewerkschaft damit nicht diesen Heuschrecken mit Kapital aus Anglo-Ameristan erlauben, in unserer gerade noch ein bisschen sozialen Marktwirtschaft alles wegzufressen, was geht und verwüstete Erde zu hinterlassen? Sie versuchen halt unsere Sozialstandards kaputt zu machen. Siehe Amazon, Apple, Google etc. Den Kampf gegen die anglo-ameristanischen haben unsere Systemparteien längst aufgegeben. Deshalb finde ich es mutig, von der Gewerkschaft Verdi, hier nicht klein beizugeben, nur damit ein paar Jobs in der IT oder den E-Commerce-Leuten gesichert werden. Es geht um mehr.

  • Ludwig

    Ludwig

    @ Verkaufnix

    "..Also verhandel.. mit dem Verkäufer, dem fast nichts anderes mehr übrig bleibt, als meine erneute Preisminderung zu akzeptieren. Heuschrecken! Plage!..."

    Und Buchhändler, die bei den Verlagen regelmäßig auf der Matte stehen, jammern und klagen um noch ein 0,1%-Pünktchen mehr Rabatt rauszuholen!??! Plage...!??!

  • Barnburner

    Barnburner

    Nett, dieses Hin und Her. Das sollte doch ausreichen um endlich auch den allerletzten Mitarbeiter in die innere Kündigung zu treiben. Wer von den Weltbild Mitarbeitern jetzt noch nicht auf der Suche nach einem neuen Job ist, ist eigentlich schon zu spät dran. Man kann natürlich auch seine Zeit absitzen und warten bis die Kündigung kommt.....

    An Stelle der WB Mitarbeiter hätte ich persönlich es schon lange satt, alles relevante nur aus der Zeitung oder von den Kunden zu erfahren und dann auch noch als Bauernopfer bei den Machtspielchen von (potentiellen) Inhabern und Gewerkschaft herhalten zu dürfen.

    Ohnehin stellt sich die Frage, wieso ein Unternehmen dass monatlich 5 Mio Euro miese macht, durch einen neuen Besitzer plötzlich profitabel werden sollte. Um massive Einschnitte wird man selbst unter günstigsten Voraussetzungen nicht umhin kommen. Und das heisst, dass eine grosse Zahl an Mitarbeitern gehen wird und eine weit grössere Zahl an Filialen schliessen muss -. das wie gesagt unter günstigsten Bedingungen. Ob die überhaupt noch gegeben sind oder ob der ganze Laden nicht einfach komplett dich gemacht wird, ist eine andere Frage.

    Ich schätze die Chancen für ein Überleben des Unternehmens gleich in welcher Form für vergleichsweise schlecht ein. Auch eine erfolgreiche Umstrukturierung - die momentan wie gesagt nur in den Sternen steht - garantiert keinen langfristigen Unternehmenserfolg. Mag sein dass Teile des Unternehmens oder einzelne Filialen überleben könnten, der grössere Teil wird um eine Abwicklung nicht umhin kommen.

    Eine Unternehmenspleite ist wie ein Schiffsuntergang und da gilt: Jeder ist sich selbst der Nächste. Das Kahn sinkt immer tiefer, und für die einen gibt es privilegierte Plätze in Rettungsbooten und für andere nicht mal einen Rettungsring. Es gibt viel Geschrei und Schuldzuweisungen, vertrauen kann man niemandem und letztlich läuft alles auf die Frage hinaus ob man es schafft,rechtzeitig von dem Kahn runter zu kommen bevor er endgültig absäuft.

    Alles andere als schön das Ganze. Habe es selbst in ähnlicher Form erlebt, und über die Meldungen und Kommentare die zu der Sache eingehen wundere ich mich nicht im geringsten. Manchmal ist ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende....

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