Preisentwicklung aus den Daten von KNV

Bücherpreise sind 2017 um 0,6 Prozent gestiegen

Das Barsortiment KNV meldet das zweite Jahr in Folge gestiegene absatzgewichtete Preise. Der durchschnittliche absatzgewichtete Ladenpreis kletterte demnach 2017 um 0,6 Prozent von 14,69 Euro auf 14,77 Euro. 

„Eine Entwicklung in die richtige Richtung“, wie KNV-Einkaufsleiter Markus Fels gegenüber dem Börsenblatt konstatierte. Freilich nicht ohne ein sehr deutliches „Aber“ gleich hinterher zu schicken: „Wenn wir den Langzeitvergleich betrachten, sehen wir eine klare, seit Jahren andauernde Fehlentwicklung.“ 2007 habe der Preis bei 15,08 Euro gelegen, also über jenem des Jahres 2017. „Eine solche Preisentwicklung ist kontraproduktiv für die Zukunft der Buchbranche“, sagt Fels. Erst recht, wenn man die Kosten gegenüberstelle: „Sachkosten, Personalkosten, Dienstleistungen – das alles ist 2017 nur zu etwa einem Viertel durch die Preissteigerung abgedeckt.“ So seien allein die Tarife im Groß- und Außenhandelsverband Baden-Württemberg im Jahr 2017 um 2,5 Prozent gestiegen. Es gebe zudem keine positive Bewegung im Pricing bei der Backlist, das sei kaufmännisch nicht förderlich. Ein weiteres Jahr sei damit wieder nicht ausreichend genutzt worden, um höhere Ladenpreise in der Breite durchzusetzen.

Hardcover und Taschenbuch gehen unterschiedliche Wege

Mit der Entwicklung bei den Taschenbüchern zeigte sich Fels zufrieden. „Das Taschenbuch hat uns vorgemacht, wie es richtig geht.“ Zwölf Monate Preissteigerung am Stück führten unter dem Strich zu einem Anstieg von zwei Prozent – von 9,68 Euro auf 9,87 Euro. Wohingegen das Hardcover mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent auf Vorjahresniveau bei 15,79 Euro verharrt habe. Insgesamt habe es für Taschenbücher und Hardcover zusammengenommen sechs Monate mit einem Plus und sechs Monate mit einem Minus gegeben. „Da kann gar keine adäquate und notwendige Steigerung herauskommen“, so Fels. Bei den Schulbüchern gab es ebenfalls kaum Bewegung (13,22 Euro im Jahr 2016, 13,24 Euro im Jahr 2017).

Nichtsdestotrotz ist es den Verlagen mit Toptiteln gelungen, den Preis pro Buch um fast einen Euro zu steigern“. Das belegt Markus Fels mit folgenden Zahlen: „In der Top 10 Hardcover und Taschenbuch ist der durchschnittliche Preis von 14,69 Euro auf 15,59 Euro gestiegen.“

Auch der Blick auf die Ladenpreise differenziert nach Warengruppen lässt Steigerungen erkennen: So habe es in der Belletristik ein Plus von 2,2 Prozent gegeben, bei Reise eines von 2,7 Prozent sowie bei Sachbuch / Ratgeber ein Plus von 2,2 Prozent. Dennoch, so Fels, sei insgesamt bei der Preisentwicklung mehr Schatten als Licht zu erkennen.

KNV beobachtet bereits seit vielen Jahren die Entwicklung der Preise und nutzt dafür eigene Absatzdaten: Berücksichtigt wird für die Analyse alles, was das Barsortiment über das Jahr in Deutschland, Österreich und in der Schweiz verkauft hat (Bücher, Hörbücher, Kalender, DVDs u. a.).

 

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