Rowohlt macht Autoren Gesprächsangebot

"Zum konstruktiven Dialog zurückkehren"

Als Reaktion auf den (erneuten) Offenen Brief in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" von Autoren des Rowohlt-Verlags an Joerg Pfuhl, macht der CEO der Holtzbrinck Buchverlage den Unterzeichnern nun ein Angebot zum persönlichen Austausch "jenseits offener Briefe", wie es heißt. Auslöser für den Streit war die Entlassung der Rowohlt-Verlegerin Barbara Laugwitz.

Joerg Pfuhl

Joerg Pfuhl © Claus Setzer

"Die Autoren sind vom Wechsel in der verlegerischen Geschäftsführung überrascht worden. Wir können eine solche Personalentscheidung allerdings nicht im Vorfeld ankündigen und auch aus rechtlichen Gründen nicht im Detail öffentlich begründen", so John Sargent, Vorstandsmitglied der Holtzbrinck Publishing Group, gegenüber boersenblatt.net. 

Von einer Erklärung im Detail sehe das Unternehmen weiterhin aus rechtlichen Gründen ab. Dennoch sehe der Verlag im offenen und konstruktiven Austausch mit den Autorinnen und Autoren "eine traditionelle Stärke des Hauses, die erhalten werden soll". Der Verlag habe den Unterzeichnern daher ein persönliches Gesprächsangebot gemacht.

Aufgrund der Vertraulichkeit von Personalangelegenheiten sähen sich die Holtzbrinck Buchverlage nicht in der Lage, Details zur Trennung von Barbara Laugwitz zu kommunizieren: "Mitarbeiter, auch in leitender Funktion, und Unternehmen haben ein Recht auf Vertraulichkeit von Personalangelegenheiten. Aus gutem Grund. Ich verstehe, dass fehlende Details zur Begründung von Personalentscheidungen für Dritte unbefriedigend sind", kommentiert Joerg Pfuhl, CEO der Holtzbrinck Buchverlage.

In ihrem Offenen Brief kritisieren die Schriftstellerinnen und Schriftsteller auch die Verschwiegenheitsverpflichtung von Laugwitz. "Eine Verschwiegenheitsverpflichtung und eine zwischen dem Unternehmen und der ausscheidenden Führungskraft abgestimmte Kommunikation sind vertragliche und professionelle Standards, an die wir uns gebunden fühlen. Wir haben seitens der Unternehmensleitung bereits vor Wochen gegenüber Frau Laugwitz deutlich gemacht, dass diese Regelung in keiner Weise als dauerhaftes Kontaktverbot mit den Autoren und Mitarbeitern gedacht war", so Sargent.

Der von den Autoren und Autorinnen adressierte CEO der Holtzbrinck Buchverlage hat den Unterzeichnern, wie das Unternehmen gegenüber boersenblatt.net mitteilt, bereits in einem persönlichen Schreiben geantwortet. "Die Gespräche sollen helfen, zu einem konstruktiven Dialog abseits offener Briefe zurückzufinden", so Pfuhl. 

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