IFH-Umfrage zur Attraktivität von Innenstädten

Knapp an der Zwei vorbeigeschlittert

Passanten bewerten die Attraktivität deutscher Innenstädte im Schnitt mit der Schulnote drei plus. Das geht aus der Studie "Vitale Innenstädte 2018" des Instituts für Handelsforschung/IFH Köln hervor, für die Besucher an 116 Standorten befragt wurden. Am besten schnitten Leipzig, Erfurt, Trier, Stralsund und Wismar ab.

So bewerten Besucher deutsche Innenstädte

So bewerten Besucher deutsche Innenstädte © IFH Köln

Warum kommen Besucher im digitalen Zeitalter noch in die Innenstadt und welche Aspekte sind ihnen bei ihrem Besuch in der City besonders wichtig? Dieser Frage ist das IFH Köln mit der aktuellen Untersuchung "Vitale Innenstädte 2018" zum dritten Mal (nach 2014 und 2016) nachgegangen. Bundesweit wurden dafür an 116 Standorten Innenstadtbesucher befragt. Wie in den Vorjahren hätten die meisten deutschen Citys eine wirklich gute Bewertung verpasst: Wie in den Vorjahren erhalten sie für ihre Atraktivität im Schnitt die Schulnote drei plus (2,6).

"Mit der erneuten drei plus im Durchschnitt können und dürfen die deutschen Innenstädte nicht zufrieden sein. Um dem Strukturwandel adäquat zu begegnen und auch für die Innenstadtbesucher von morgen weiterhin attraktiv zu sein, muss ein Ergebnis im Zweierbereich her", so Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Köln.

Gewinner nach Größenklassen: Leipzig, Erfurt, Trier, Stralsund und Wismar

Zum besseren Vergleich und um valide Daten für Zukunftsstrategien zu erhalten, wurden die Städte nach in unterschiedlichen Größenklassen ausgewertet.

  • Bei den Großstädten über 500.000 Einwohner lag wie schon 2016 Leipzig (Note: 2,3) an der Spitze.
  • Die weiteren Top-Performer sind: Erfurt (200.000 bis 500.000 Einwohner; Note: 2,5), Trier (100.000 bis 200.000 Einwohner; Note: 2,6), Stralsund (50.000 bis 100.000 Einwohner; Note: 2,5) und Wismar (bis 50.000 Einwohner; Note: 2,7).

Diese Städte schneiden unter anderem in Sachen Ambiente, Erreichbarkeit, Parkmöglichkeiten, Ladenöffnungszeiten, Gastronomie, Einzelhandels-, Freizeit- und Dienstleistungsangebot insgesamt durchschnittlich am besten ab.  

Besonders wichtig für Passanten: Ambiente und Einzelhandelangebot

Die Untersuchung zeige, so die Mitteilung des IFH Köln, dass Städte, die bei den Einzelfaktoren Ambiente und Einzelhandelsangebot nicht punkten können, auch maßgeblich an Gesamtattraktivität verlieren. In diesen Dimensionen ist eine gute Bewertung durch die Besucher Pflicht. Weitere Einflussfaktoren seien Convenience und Erlebnis. So könnten Events gerade für kleinere Städte ein Hebel zur Erhöhung der Besuchsfrequenz sein.

"Die Erfolgsfaktoren Convenience und Erlebnis sind in der Regel leichter operativ mit Maßnahmen zu beeinflussen als beispielsweise die Fassadengestaltung. Gerade wenn es darum geht, auch kurz- und mittelfristig Strategien und Maßnahmen für Innenstädte abzuleiten, bietet sich in diesen Handlungsfeldern eine ganze Reihe an Möglichkeiten", so Boris Hedde.

Zur Untersuchung

Die Studie "Vitale Innenstädte 2018" fasst die Ergebnisse auf bundesweiter Ebene zusammen und zeigt Handlungsoptionen für die Positionierung auf. Darüber hinaus erhalten die teilnehmenden Städte Informationen zur Bewertung ihrer Stadt aus Sicht der Besucher und damit eine Planungsgrundlage für standortspezifische Maßnahmen.

Für die Untersuchung wurden in 116 teilnehmenden deutschen Städten aller Größen und Regionen zeitgleich Innenstadtbesucher zu ihren Einkaufsgewohnheiten und der Attraktivität der Innenstadt befragt. Nicht dabei waren etwa Berlin, München und Hamburg.

Die Datenerhebung erfolgte an zwei ausgewählten Tagen (Donnerstag und Samstag) im September 2018 anhand eines einheitlichen Fragebogens. Insgesamt sind so rund 59.500 Interviews zusammengekommen.

Die Studie Vitale Innenstädte ist im IFH-Shop verfügbar.

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