Antiquariat

Varia Antiquaria 141

Was man von den eben beendeten Antiquariatsmessen in Stuttgart und Ludwigsburg mitnimmt. Neuigkeiten für Antiquare und Büchersammler.

Für ein belastbares Fazit der 58. Stuttgarter Antiquariatsmesse und der 33. Antiquaria Ludwigsburg ist es zu früh – es fehlt unter anderem eine Auswertung der zahlreichen Verlosungen besonders begehrter Objekte aus den Messekatalogen, aber auch der offenbar höchst unterschiedlichen Resonanz auf die Messekatalogangebote überhaupt. In noch recht allgemeiner Einschätzung steht jedoch für den Berichterstatter fest, dass das Doppelereignis ein guter und optimistisch stimmender Auftakt für das Antiquariatsjahr 2019 war. Erschließen lässt sich das nicht zuletzt aus zahlreichen Gesprächen mit Ausstellerinnen und Ausstellern auf beiden Veranstaltungen, aber auch mit Fachbesuchern.

Zur Eröffnung der Ludwigsburger Messe am Donnerstag herrschte mehreren Berichten nach reges Treiben in der Musikhalle. Der Zustrom zur Stuttgarter Eröffnung am Freitagmittag ist sogar im Bewegtbild festgehalten (siehe hier) – wie überhaupt vor allem die Social Media-Aktivitäten des ausrichtenden Verbands Deutscher Antiquare spürbar verstärkt wurden (man wünschte sich noch mehr Antiquariate, die etwa Twitter nutzen oder, sicher aufwendiger, einige Blog betreiben …).

Viele Ausstellerinnen und Aussteller verknüpfen ihre Messebeteiligung in Stuttgart oder Ludwigsburg sinnvollerweise mit speziellen eigenen Katalogen. Hier können nur ein paar mehr oder minder willkürlich ausgewählte Beispiele genannt werden:

Roland Moser (Simbach am Inn) legt seinen allerersten Verkaufskatalog vor (siehe hier).

Zum Bauhaus-Jubiläum, das 2019 vielfältig gefeiert werden wird, hat Günter Linke (Berlin) einen Katalog erstellt (siehe hier; Schutzgebühr), an den sich im März eine Ausstellung in den Berliner Geschäftsräumen anschließt.

Thomas Hatry (Heidelberg) kündigt einen Verkaufskatalog "Stefan George und sein Kreis" an, der voraussichtlich Ende Februar erscheint, aber bereits jetzt bestellt werden kann (Schutzgebühr); an Hatrys Stuttgarter Messestand war eine Einsichtnahme in das Arbeitsmanuskript des Katalogs möglich.

Eine mehrseitige Übersicht über aktuelle Verkaufskataloge und -listen überwiegend deutschsprachiger Antiquariate kann jederzeit bei der Redaktion Antiquariat angefordert werden (b.biester@mvb-online.de).

Auf der Stuttgarter Antiquariatsmesse war ferner zu hören, dass die Ausstellerakquise für die Londoner Antiquariatsmesse Firsts im Juni noch auf Hochtouren läuft – die Brexit-Unklarheiten schrecken aber, so lässt sich vermuten, den einen oder anderen potentiellen Aussteller aus Kontinentaleuropa ab. Die Ausschreibung für die in diesem Jahr in den November verlegte Antiquariatsmesse Zürich beginnt dagegen erst im Frühjahr, wie Peter Bichsel (Zürich), erstmals als Aussteller in Stuttgart vertreten, berichtete. Auch über die Perspektiven der Frankfurter Antiquariatsmesse in der Frankfurter Buchmesse wurde verschiedentlich gesprochen.

Eine ausführliche Berichterstattung über die Messen in Stuttgart und Ludwigsburg folgt in Heft 1/2019 der Fachzeitschrift "Aus dem Antiquariat", das hier bestellt werden kann.

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1 Kommentar/e

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  • Regina Kurz

    Regina Kurz

    Die Antiquaria in Ludwigsburg hat mir wieder gezeigt, wie einerseits unterschiedlich wir als Antiquarinnen und Antiquare leben und arbeiten und wie ähnlich wir uns sind in der Verbundenheit mit unserer Arbeit. So viele vertraute Gespräche, auch im Austausch von konkreten Arbeitsabläufen und Zahlen, so viele humorvolle und auch kritische Anmerkungen, so viel Zugewandtheit und Aufmerksamkeit, menschliche Nähe und Hilfsbereitschaft gibt es wohl selten in anderen Branchen. Diese Gemeinsamkeit konnten wir auf der Messe wieder erleben und ich bin dankbar dafür, dass Kolleginnen und Kollegen aus 55 Antiquariaten so freundlich, kollegial, ohne Neid (nur ab und zu ein klein bisschen :) ) miteinander umgehen können. Spürbar nicht nur für uns als Aussteller sondern auch für die zahlreichen Kundinnen und Kunden auf der Messe.
    Bei all der (berechtigten) Aufregung über Warenpost, Brexitproblemen, Datenschutz und sonstigen Bestimmungen (siehe Beitrag z.B. vom 9. Januar) sollten wir nicht vergessen, dass wir Antiquarinnen und Antiquare das Glück haben, tagtäglich mit schönen Dingen zu arbeiten. Mit Büchern, die uns begeistern, unser Interesse wecken, uns fordern und uns überraschen, mit Grafiken die unser Auge erfreuen und mit Autographen, die uns berühren und Eintauchen lassen in die Gedankenwelt anderer Menschen. Wir haben Kontakt zu interessierten, sammel- und lesebegeisterten Kundinnen und Kunden, mit denen wir auf den Messen in direkten Kontakt treten können.
    An dieser Gemeinsamkeit sollten wir in der Branche weiter arbeiten und die Antiquariatsmessen auch 2019 als Aussteller besuchen. Ich wünsche allen Kolleginnen und Kollegen einen guten Start in die neue Woche. Regina Kurz – Antiquariat Rainer Kurz in Oberaudorf

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