Bilanz für 2018

Amazon meldet rund 17 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland

Amazon hat 2018 rund 19,9 Milliarden US-Dollar (nach aktuellem Kurs circa 17,4 Milliarden Euro) in Deutschland erwirtschaftet − und damit 17,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Der deutsche Anteil am gesamten Amazon-Umsatz ist jedoch gesunken. Das geht aus der Mitteilung des Online-Händlers an die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hervor.

Dabei wurden der Umsätze nach den durchschnittlichen Wechselkursen der jeweiligen Perioden in Dollar umgerechnet. Danach hat der Umsatz in Deutschland (über Amazon.de)  2018 mit 19,9 Milliarden Dollar um rund drei Milliarden Dollar zugelegt − etwas schwächer als im Vorjahr. Für 2017 hatte der Online-Händler einen Umsatz von 16,95 Milliarden Dollar gemeldet (plus 19,8 Prozent), nach 14,1 Milliarden Dollar 2016.

Deutschlands Anteil am Gesamtumsatz gesunken

Deutschland hatte danach einen Anteil von 8,5 Prozent am Gesamtunsatz von Amazon 2018 (hier nennt der Online-Händler 232,8 Milliarden Dollar), 2017 waren es 9,5 Prozent und 2016 10,4 Prozent. Dennoch bleibt Deutschland in Europa der größte Markt für Amazon. In Großbritannien hatte Amazon im vergangenen Jahr 14,5 Milliarden Dollar erwirtschaftet (+27,7 Prozent gegenüber 2017).

In Japan stieg der Umsatz 2018 gegenüber dem Vorjahr um 16,1 Prozent auf 13,8 Milliarden Dollar. Deutschland bleibt damit im internationalen Segment von Amazon das Land mit dem höchsten Umsatz für den Online-Händler.

Für den Rest der Welt (ohne USA) gibt Amazon für 2018 einen Umsatz in Höhe von 24,5 Milliarden Dollar an (plus 42,9 Prozent zum Vorjahr). In den USA wurden 160,1 Milliarden Dollar eingespielt (plus 32,9 Prozent). Nach weiteren Ländern schlüsselt die Bilanzmeldung an die US-Börsenaufsicht (United States Securities and Exchange Commission) leider nicht auf.

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4 Kommentar/e

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  • if

    if

    Weiß jemand, ob die Steuerzahlungen von Amazon in Deutschland auch nur annähernd zu den Umsätzen passen? Bei einer Gewinnmarge von 10 % müsste der Konzern rund 760 Millionen Euro Körperschaftsteuer in Deutschland zahlen.

  • D. Orie

    D. Orie

    if: Gute Frage, die ich mir auch immer stelle. Bislang gilt wohl leider immer noch der Spruch: Amazon liefert auf den Straßen aus, die u. a. die Buchhändler und Verlage bezahlen.

  • Norbert Kraas

    Norbert Kraas

    if: Sehr gute Frage. Dazu die Wirtschaftswoche vom 29.1.2019:

    „Die Liste der Unternehmen, die kaum oder wenig zu den Steuereinnahmen beitragen, wird - wie jeder weiß - angeführt von genau den Unternehmen, die ob ihrer astronomischen Marken- und Börsenwerte allgemein gefeiert werden: Amazon, Apple, Google, Facebook, Starbucks, McDonald‘s und viele andere mehr.“
    Quelle: http://t1p.de/t1df

    Ich befürchte, dass die Steuerlast von Amazon im Vergleich zu der Steuerlast von uns Bürger*innen oder einem kleinen mittelständischen Unternehmen deutlich geringer ist. Das schreit zu Himmel!

    Aber auch im grünen Tübingen wird die Neuansiedlung von Amazon als forschendes Unternehmen (Künstliche Intelligenz!) von der Verwaltung mit fast bedinungslosem Applaus begrüsst.

    Mein Fazit: #SupportYourLocalBookstore

  • Trutz Fries

    Trutz Fries

    Was ich an den Zahlen merkwürdig finde, ist dass der Geschäftsbereich "International" seit Jahren auf dem Papier Verluste einfährt. Ggfs. spielen hier interne Verrechnungspreise (z.B. für die Nutzung der Marke) eine Rolle, die Gewinne in den USA transferieren und so die Steuerschuld im Ausland drücken.

    Quelle: https://www.revoic.com/amazon-waechst-rasant-im-an zeigengeschaeft-umsatz-mehr-als-verdoppelt/

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