Bewerbungsstart für den Deutschen Verlagspreis

Stärkung für Indies

60.000 Euro Preisgeld sind verlockend: Ab heute bis zum 12. Juli können sich unabhängige Büchermacher für den ersten Deutschen Verlagspreis bewerben. Den Vorsitz der siebenköpfigen Jury übernehmen die Literaturkritiker Denis Scheck und Insa Wilke. STEFAN HAUCK

Übernehmen den Jury-Vorsitz: Die Literaturkritiker Denis Scheck und Insa Wilke

Übernehmen den Jury-Vorsitz: Die Literaturkritiker Denis Scheck und Insa Wilke © WDR/Kurt Bauer (Scheck) / Jürgen Bauer (Wilke)

Einen Beitrag zum Erhalt einer vielfältigen deutschen Verlagslandschaft zu leisten: Das ist das erklärte Ziel des Deutschen Verlagspreises, den Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel künftig jedes Jahr ausschreiben möchte. "Insbesondere die kleinen, unabhängigen Verlage bilden eine zentrale Grundlage für die vielfältige und historisch gewachsene Buchkultur und einen lebendigen Literaturbetrieb in Deutschland", beschreibt Grütters die Funktion der engagierten Indie-Verlage. "Der Deutsche Verlagspreis soll diese hohe gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung würdigen, bundesweit sichtbarer machen und dazu beitragen, die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit kleiner, unabhängiger Verlage in Deutschland zu stärken."

Prominente Jury 

Dafür hat Grütters eine stattliche Geldsumme zur Verfügung gestellt. Mit dem "Dotierten Gütesiegel" können bis zu drei Verlage mit je 60.000 Euro ausgezeichnet werden, bis zu 60 weiteren Indie-Verlagen winkt eine Anerkennung von jeweils 15.000 Euro. Bis zu drei Verlage bekommen ein "undotiertes Gütesiegel" – falls ihr durchschnittlicher Jahresumsatz in den letzten drei Jahren über dem gesetzten Limit von drei Millionen Euro liegt. Alle preiswürdigen Verlage müssen mit einem besonderen Profil überzeugen (Kriterien siehe unten). Eine kompetente Jury sichtet die Bewerbungen. Den Vorsitz haben Literaturkritiker Denis Scheck und Insa Wilke, Programm­direktorin des Mannheimer Literatur­festivals lesen.hören. Beide moderieren gemeinsam die Sendung "lesenswert" im SWR.

Bei der Auswahl der Jurymitglieder hat Grütters ihr Augenmerk auf die unterschiedliche Expertise gelegt. Iris Farnschläder, die unter anderem beim mare-Buchverlag Typografie, Satz und Herstellung verantwortet, bringt die künstlerisch-handwerkliche Perspektive ein, die Übersetzer Patricia Klobusiczky und Hinrich Schmidt-Henkel achten auf sprachliche Qualität. Lars Birken-Bertsch, Director Business Development der Frankfurter Buchmesse, und Florian Valerius, Filialleiter der Universitätsbuchhandlung Stephanus in Trier mit Instagram-Account für Bücher, haben besonders die Verlagsaktivitäten jenseits der Programmarbeit im Blick.

Geld für neue Ideen 

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hofft auf viele Bewerbungen für den neuen Preis. Sie weiß: "Gerade unabhängige Verlage engagieren sich dafür, dass auch Bücher zu Themen abseits des Mainstreams verlegt werden." Mit der finanziellen Würdigung dieses Engagements bekommen die Indies deutlich mehr "Luft", um ihre Ideen zu verwirklichen.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters wird den Deutschen Verlagspreis zum ersten Mal am 18. Oktober im Rahmen der Frankfurter Buchmesse verleihen.

Die Kriterien

Teilnehmen können Verlage, die

  • ihren Sitz in Deutschland haben,
  • konzernunabhängig sind,
  • ein kontinuierliches und diverses Verlagsprogramm haben (mindestens vier Titel pro Jahr sowie Titel verschiedener Autoren),
  • seit mindestens drei Jahren existieren und in den vergangenen drei Jahren im Schnitt nicht mehr als drei Millionen Euro pro Jahr (für die dotierten Gütesiegel) umgesetzt haben.


Die Verlage sollten

  • ein besonderes Profil haben,
  • kulturelles Engagement zeigen,
  • etwa in der Lese- und Kulturförderung,
  • überzeugende innovative oder
  • digitale Projekte vorweisen,
  • in ihrer verlegerischen Arbeit Professionalität und Qualität zeigen.


Bewerbungsfrist:


Die Jury (für drei Jahre berufen):

  • Literaturkritiker Denis Scheck (Vorsitzender)
  • Literaturkritikerin Insa Wilke (stv. Vorsitzende) 
  • Lars Birken-Bertsch, Frankfurter Buchmesse
  • Herstellerin Iris Farnschläder
  • Übersetzerin Patricia Klobusiczky
  • Übersetzer Hinrich Schmidt-Henkel
  • Buchhändler Florian Valerius


Partner:

  • Kurt-Wolff-Stiftung und Börsenverein

www.deutscher–verlagspreis.de

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2 Kommentar/e

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  • Eigenverlag

    Eigenverlag

    Ich habe mich so über diesen Preis gefreut und sogar ein neues Programm gestalten und drucken lassen - und jetzt muss ich leider feststellen, dass ich als wirklich kleiner Verlag die Hürde mit 4 Titeln pro Jahr nicht schaffe.
    Wer soll hier geförtdert werden - wirklich die kleinen Verlage?

  • Jürgen Kipp

    Jürgen Kipp

    Lieber Eigenverlag,
    dann bewerben Sie sich doch für den Victor Otto Stomps-Preis der Stadt Mainz. Hier gibt es zwar nur 3.500,-- Euro, aber dafür keine quantitative Vorgabe. Es zählt allein die herausragende Arbeit kleinverlegerischer Tätigkeit. Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.minipresse.de
    Morgen, den 30. Mai 2019, wird übrigens der 21. V.O. Stomps-Preis an die Friedenauer Presse verliehen. Die Veranstaltung findet im Gutenberg-Museum statt. Sie und alle Leserinnen und Leser sind herzlich zur Preisverleihung eingeladen!

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