Chamisso-Preis/Hellerau an Jaroslav Rudiš

Ehrung für "Winterbergs letzte Reise"

Mit dem Chamisso-Preis/Hellerau 2019 wird Jaroslav Rudiš für sein bisheriges literarisches und kulturelles Schaffen geehrt. Insbesondere lobte die Jury seinen aktuellen Roman „Winterbergs letzte Reise“ (Luchterhand). Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. JAROSLAV RUDIš, LUCHTERAHND, CHAMISSO

Jaroslav Rudis

Jaroslav Rudis © Labyrint Verlag

„In seinem ersten Roman in deutscher Sprache ‚Winterbergs letzte Reise‘ schickt der tschechische Schriftsteller Jaroslav Rudiš einen alten Mann in Begleitung seines Pflegers auf eine Zugfahrt quer durch Mitteleuropa. Rudiš lässt sein Helden-Duo das fatale 20. Jahrhundert mit seinen Kriegen, Vertreibungen und ideologischen Brüchen auf überraschende Weise ergründen und eigene Verwicklungen aufspüren. Fahrplan und Schienennetz werden zu Nahtstellen eines zerrissenen Kontinents. Jaroslav Rudiš gelingt eine originelle literarische Inbesitznahme eines geschichtsträchtigen Terrains“, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Die feierliche Preisübergabe findet am 5. Februar 2020 im historischen Gebäudeensemble der Deutschen Werkstätten Hellerau in Dresden statt.

Jaroslav Rudiš, geboren 1972, ist Schriftsteller, Drehbuchautor, Dramatiker und Musiker. Im Luchterhand Literaturverlag erschienen seine aus dem Tschechischen übersetzten Romane "Grand Hotel", "Die Stille in Prag", "Vom Ende des Punks in Helsinki" und "Nationalstraße", bei btb außerdem "Der Himmel unter Berlin". 2012 erschien seine Graphic Novel "Alois Nebel" auf Deutsch, illustriert von Jaromír 99. Ende September kommt die Verfilmung seines Romans "Nationalstraße" in die tschechischen und später auch in die deutschen Kinos. Für das Staatsschauspiel Dresden verfasste Rudiš das Theaterstück "Anschluss". Die Premiere ist im Januar 2020.

Über den Preis

Mit dem Chamisso-Preis/Hellerau werden herausragende Beiträge zur Gegenwartsliteratur von Autorinnen und Autoren ausgezeichnet, die aus ihrer je persönlichen Erfahrung eines Sprach- oder Kulturwechsels heraus neue, eigenständige literarische Antworten auf den Wandel unserer modernen, pluralen und globalisierten Welt zu geben vermögen. Der Titel des Preises verbindet die Sprach- und Kulturgrenzen überschreitende Literatur deutscher Sprache, für die Adelbert von Chamisso steht, mit der Gartenstadt Hellerau in Dresden, dem ‚Laboratorium‘ einer internationalen Moderne in Kunst und Leben. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Die Stifter des Preises sind Förderer aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft Dresdens.

Die Jury des Adelbert von Chamisso-Preis/Hellerau besteht aus: Maike Albath (Literaturkritikerin, Deutschlandfunk Kultur), Meike Feßmann (Literaturkritikerin), Axel Helbig (Herausgeber, Zeitschrift für Literatur und Kunst „Ostragehege“), Hauke Hückstädt (Leiter, Literaturhaus Frankfurt am Main) und Jagoda Marinić (Schriftstellerin, Theaterautorin und Journalistin).

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1 Kommentar/e

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  • Hans Jürgen Fink

    Hans Jürgen Fink

    endlich wird mit Rudis die neue tschechische Literatur gewürdigt und mit dem Winterberg-Roman zugleich ein gerade jetzt so wichtiges Mahn- und Denkmal für Europas Einheit gesetzt.

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