Unabhängiger Buchhandel zwischen Standard und Eigensinn

Persönlichkeit, Persönlichkeit, Persönlichkeit

"I do it my way" - unter diesem Titel hat das Börsenblatt am Messemittwoch zu einer Podiumsdiskussion zum unabhängigen Buchhandel mit Martina Bergmann (Borgholzhausen), Katrin Schmidt (Germering bei München) und Bertram Pfister (Libri) eingeladen. 

 Bertram Pfister (Libri), Katrin Schmidt (Germering bei München), Martina Bergmann (Borgholzhausen) und Moderator Torsten Casimir

Bertram Pfister (Libri), Katrin Schmidt (Germering bei München), Martina Bergmann (Borgholzhausen) und Moderator Torsten Casimir © Paul Müller

Wie behaupten sich unabhängige Sortimente in Zeiten von Internet und rasant zunehmender Filialisierung? Mit welchen Leistungen können sie sich abheben? Welchen Mehrwert liefern die Unabhängigen im Vergleich zu den gut ausgestatteten, serviceorientierten Filialisten? Das waren die Fragen, die zwei unabhängige Buchhändlerinnen und ein Barsortimentsvertriebsleiter am Mittwoch im Forum Börsenverein zu beantworten versuchten. 

Bertram Pfister

Bertram Pfister © Paul Müller

Libri-Vertriebsleiter Bertram Pfister kennt den unabhängigen Buchhandel sehr genau: Anfang Mai hatte das Barsortiment die Kleinen zum 16. Libri.Campus eingeladen, diesmal zum Thema "Einfach machen. Von der Idee zur Tat". Was die Unabhängigen von den Filialisten unterscheidet? Pfister fand das für ihn richtige Bild in der Botanik: "Filialisten sind wie Baumschulen, bei denen alles in Reih und Glied steht, die Unabhängigen sind dagegen Bauerngärten, in denen viel blüht und vieles schön ist, in denen es aber auch problematische Ecken gibt", sagte er. 

Die Diskussion in Grundsätzen

Martina Bergmann

Martina Bergmann © Paul Müller

Katrin Schmidt

Katrin Schmidt © Paul Müller

Präsenz im Laden - sowohl Martina Bergmann, die einen kleine Buchhandlung in Borgholzhausen führt, als auch Katrin Schmidt, die im kleinen Germering 220 qm Verkaufsfläche bespielt, sind sich in diesem Punkt einig. Das schließt Chefbedienung ein: "Wenn ich nicht im Laden bin, bricht der Umsatz ein", so Martina Bergmann in aller Klarheit. 

Authentizität entscheidet über das Angebot - der inhabergeführte Buchhandel kann nur das anbieten, was "authentisch aus den Personen im Laden kommt" (Katrin Schmidt); die Möglichkeit, für jedes Thema einen Spezialisten einzukaufen / zu beschäftigen fällt weg.

Zielgruppe definieren - für wen mache ich den Laden?

Authentisch kommunizieren - "eigene Persönlichkeit und Charisma transportieren; mit den Kunden im lockeren Dialog stehen und erst im zweiten Schritt ins Verkaufsgespräch einsteigen" (Pfister).

Kooperationen eingehen - mit den richtigen Partnerschaften (vor Ort, beim Einkauf, in der Logistik) können Umsätze generiert bzw. Kosten gespart werden (Schmidt)

Mut zum Weglassen - Bergmann verzichtet auf Engagement im Kinderbuch, weil das ein Mitbewerber erledigt; Schmidt organisiert keine Autorenlesungen, weil die sich für sie wirtschaftlich nicht rechnen.  

Das Schlusswort kam von Patrick Musial, Buchhandlung Musial in Recklinghausen: Das Bild von der Baumschule und dem Bauerngarten ist sehr ermutigend, besonders wenn man sich überlegt, wo die Leute gern spazieren gehen", sagte er.  

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