Florian Illies verlässt Rowohlt

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Florian Illies (48) scheidet auf eigenen Wunsch im Laufe dieses Jahres als Verleger bei Rowohlt aus. Der Termin seines Weggangs wie auch die Frage der Nachfolgeregelung würden zu gegebener Zeit bekannt gegeben, teilt der Verlag mit. Für Florian Illies, der seinen Dienst erst vor einem Jahr angetreten hatte, musste im August 2018 Barbara Laugwitz nach nur vier Jahren den Spitzenplatz bei Rowohlt räumen. 

Florian Illies vor dem Gebäude des Rowohlt Verlags

Florian Illies vor dem Gebäude des Rowohlt Verlags © Daniel Müller

Ihr Weggang wurde von den Rowohlt-Autoren damals entgeistert aufgenommen. Auf Kritik stieß auch die knappe Pressenotiz, die Rowohlt zur Abberufung von Barbara Laugwitz versendet hatte. 

Auf die Frage, ob er an seiner Zusage zum Verlegerjob gezweifelt habe, als nach der Kündigung von Vorgängerin Barbara Laugwitz die Diskussionen hochkochten, sagte Illies im Interview mit dem Börsenblatt "Nein, ich habe an meiner Entscheidung nicht gezweifelt. Ich hatte mir das sehr genau überlegt, deshalb war mein Entschluss, zu Rowohlt zu gehen, nicht davon abhängig, wie auf eine Pressemitteilung reagiert worden ist." 

„Tief beeindruckt von der großen Kompetenz und der Liebe der Rowohltianer zu ihrem Verlag, nachhaltig erfüllt von all den Begegnungen mit seinen Autorinnen und Autoren, verlasse ich Rowohlt aus persönlichen Gründen und mit einem weinenden Auge", wird Florian Illies in der Pressemitteilung zu seinem Abschied zitiert. "Ich weiß, es war eine nur kurze Zeit an der Spitze dieses großartigen Hauses. Aber nach reiflicher Überlegung habe ich mich dafür entschieden, einen anderen Weg zu gehen und mich dem Schreiben zu widmen", geht es weiter. 

„Ich bedauere die Entscheidung von Florian Illies sehr, aber ich habe davor großen Respekt. Für seine wertvolle Arbeit an der Spitze des Rowohlt Verlages, für den 2019 ein außerordentlich starkes Jahr gewesen ist, danke ich ihm von Herzen", so Stefan von Holtzbrinck. Florian Illies werde auch weiterhin den von ihm betreuten Autorinnen und Autoren eng verbunden bleiben.

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3 Kommentar/e

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  • Matthias Krüger

    Matthias Krüger

    Nach dem Laugwitz-Rauswurf-Desaster nun die von der Fachkompetenz her nicht völlig unerwartete Illies-Pleite! Immerhin hat man bei Holtzbrinck inzwischen gelernt, es bei diesem Verlegerwechsel nicht wieder zum kommunikativen Super-GAU unmittelbar vor der Frankfurter (oder hier besser: Leipziger) Buchmesse kommen zu lassen und sich auf diese Weise vor der versammelten Branche zu blamieren. Dem Rowohlt-Verlag möchte man wünschen, dass er jetzt wieder an die Laugwitzsche Erfolgzeit anknüpfen kann. Alles Gute dafür!

  • Alex R.

    Alex R.

    Warum muss ich nur an Theresa Mays Snap Election denken? Ah, habs: Völlig ohne Not aus dem übersteigerten Drang, die eigene Situation auf spektakuläre Weise zu verbessern, eine noch schlechtere Situation herbeigeführt. Man hat in dem Drang, einen berühmten und "strahlkräftigen" Namen ins Haus zu holen, eine fähige und erfolgreiche Verlegerin rausgekegelt, völlig ohne Not Unruhe in den Laden gebracht, nur damit jetzt, nach kürzester Zeit, der große neue Name wieder geht und erneut Unruhe ins Haus kommt durch erneuten Wechsel an der Spitze. Das hat es jetzt gebracht, liebe Rowohl-Chefs, was? Ganz ehrlich: Ich gönne es euch. Für die Mitarbeiter und Autoren tut es mir leid.

  • Karl Kraut

    Karl Kraut

    Nun sind alle beschädigt: B. Laugwitz, S. Holtzbrinck, F. Illies und Rowohlt sowieso. Wieso frag niemand, wer jetzt kommt? Was der- oder diejenige machen kann, soll, muss, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen? Sofern dies überhaupt noch möglich ist....

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