Entscheidungshilfe

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Herz oder Kopf?

Ob im Berufs- oder Privatleben: Immer wieder müssen wir wichtige Entscheidungen treffen, die unser Leben beeinflussen. Doch soll man dabei eher dem Herzen oder dem Kopf folgen? Letztlich egal, Hauptsache, man entscheidet überhaupt, schreiben Patricia Küll und Jörg B. Kühnapfel in ihrem neuen Buch »Kopf zerbrechen oder dem Herzen folgen?«. MARCUS SCHUSTER

Paul ist seit Jahrzehnten Kreditsachbearbeiter bei einer Sparkasse. Mit Mitte 40 könnte er die Karriereleiter endlich eine Sprosse nach oben klettern. Oder er könnte Anzug und Krawatte an den Nagel hängen und als kaufmännischer Geschäftsführer zu einem FinTech-Start-up wechseln.

Es ist die Entscheidung zwischen der eigenen Komfortzone und einem womöglich aufregenden neuen Leben, und man möchte nicht in Pauls Haut stecken, diese Entscheidung treffen zu müssen.

Viele Menschen entscheiden sich in solchen Situationen nicht für das eine oder das andere – sondern gar nicht. Sie lassen die Dinge einfach passieren. Und sind dann vielleicht ewig unzufrieden. Weil es oft der (vermeintliche) Spagat zwischen Herz und Kopf ist, der uns an großen Weggabelungen des Lebens lähmt, haben die TV-Moderatorin Patricia Küll und der Managementprofessor Jörg B. Kühnapfel ein »Rezeptbuch für Entscheidungen« geschrieben. In »Kopf zerbrechen oder dem Herzen folgen?« (GABAL, 216 S., 19,90 Euro) spielen die Autoren anhand von zehn wichtigen Lebenssituationen wie Partnerschaft, Kinderwunsch, Land- oder Stadtleben, Karriere und Trennung jeweils beide Perspektiven durch. Dem Leser servieren sie damit verständlicherweise keine Lösung, aber viele einfach nachvollziehbare Wege, wie man zu guten Entscheidungen kommt, mit denen man langfristig glücklich und zufrieden leben kann. Immer wieder zitieren und erklären die Autoren bekannte Studien und Methoden, von der Kosten-Nutzen-Rechnung über die gedankliche Zeitreise bis hin zur japanischen Philosophie des Ikigai.

Doch zurück zu Paul: Der Kopf warnt, vorschnelle Urteile zu fällen, und mahnt, möglichst alle Szenarien zu durchdenken. Die »Selbstselektion« kann dabei helfen: »Wann immer wir eine Wahl haben, gibt unsere Entscheidung eine Auskunft über unser Selbstbild beziehungsweise unsere Wünsche, Ängste und Ziele«, heißt es im Buch. Wer sich viel Zeit nehmen kann, sollte von sich selbst ein Persönlichkeits- wie auch ein fachliches Profil erstellen. Damit lässt sich vor Augen führen, was genau man will und was man kann – und wie sich das jeweils mit den Gegebenheiten beim potenziellen Arbeitgeber deckt. Im nächsten Schritt werden die Auswirkungen einer Entscheidung auf das private Umfeld bewertet. Und schließlich bedenkt der Kopf »die Perspektiven einer Fehlentscheidung«.

Wer eher geneigt ist, dem Herzen zu folgen, dem raten die Autoren, »in sich hineinzuspüren«. Etwa mit Hilfe des 10-10-10-Modells. Dabei stellt man sich vor, an welchen Punkt einen die getroffene Entscheidung in zehn Wochen, zehn Monaten und zehn Jahren gebracht haben könnte. Selbst wenn der »most probably case« immer ein Stück weit Fantasie ist, kann man schon im Hier und Jetzt erörtern, wie man sich damit fühlen würde.

»Um das Leben aktiv und eigenverantwortlich leben zu können, um gute Entscheidungen fällen zu können, braucht man auch eine gute Beziehung zu seinem Bauchgefühl«, wissen Küll und Kühnapfel. Wer sich bewusst ist, woran er in Zukunft Freude haben wird, stellt vielleicht fest, dass sich der bisherige Job eigentlich immer noch richtig anfühlt. Dann können schon Feinjustierungen helfen, den Berufsalltag wieder interessant zu machen.

Und jetzt bist du dran, Paul.

Zeigen in ihrem Buch Wege auf, wie man zu Entscheidungen kommt: TV-Moderatorin Patricia Küll und der Managementprofessor Jörg B. Kühnapfel

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