Lesetipp: "Zur Sache des Buches"

Baustein der Kultur

26. Juli 2015
Redaktion Börsenblatt
Hat das gedruckte Buch eine Zukunft? Michael Hagner wendet die Frage in "Zur Sache des Buches" (Wallstein) in alle Richtungen – denn sie ist offener denn je, seit auch in den Geisteswissenschaften die Kritik an dem Traditionsmedium und die Forderung nach freier Verfügbarkeit von Inhalten immer lauter werden.

Der in Zürich lehrende Wissenschafts­forscher Michael Hagner erkundet das Spannungsfeld, in dem sich das (geisteswissenschaftliche) Buch bewegt. Er zeigt, dass sich in den Digitalisierungsinitiativen von Wissenschaftlern, Forschungsorganisationen und Bibliotheken kulturkritische und teilweise intellektuellenfeindliche Impulse manifestieren. Und er vertritt die These, dass der Informationskapitalismus (in Gestalt von internationalen Verlagsgruppen und Internetkonzernen) mit seinen Geschäftsmodellen die Substitution des Papiers durch digitale Medien vorantreibe. Dagegen setzt er das gedruckte Buch als Objekt und Format, das die Kulturtechnik Lesen in optimaler Weise fördert.

roe

Michael Hagner: Zur Sache des Buches. Wallstein Verlag, 280 S., 17,90 Euro.

Leseprobe beim Wallstein Verlag, hier