Der in Zürich lehrende Wissenschaftsforscher Michael Hagner erkundet das Spannungsfeld, in dem sich das (geisteswissenschaftliche) Buch bewegt. Er zeigt, dass sich in den Digitalisierungsinitiativen von Wissenschaftlern, Forschungsorganisationen und Bibliotheken kulturkritische und teilweise intellektuellenfeindliche Impulse manifestieren. Und er vertritt die These, dass der Informationskapitalismus (in Gestalt von internationalen Verlagsgruppen und Internetkonzernen) mit seinen Geschäftsmodellen die Substitution des Papiers durch digitale Medien vorantreibe. Dagegen setzt er das gedruckte Buch als Objekt und Format, das die Kulturtechnik Lesen in optimaler Weise fördert.
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Michael Hagner: Zur Sache des Buches. Wallstein Verlag, 280 S., 17,90 Euro.
Leseprobe beim Wallstein Verlag, hier