"Ich lag im Bett, starrte stundenlang den japanischen Kirschzweig auf der Tapete an und dachte: Was hat das alles für einen Sinn?"
Für die von Nora Klein fotografisch Porträtierten ist das Leben mal gut, mehr schlecht. Sie leiden an einer Depression. Wie fängt man graue Gefühle, das Starren an Wände, das Gefangensein fast ohne Worte ein? Wie transportiert man die Situation, in der sich Depressive befinden? Der jungen Fotografin ist dies außerordentlich gut gelungen. Ihre Bilder bedrücken, spiegeln Einsamkeit, Trostlosigkeit wieder, ohne dabei klischeehaft zu werden und die Gestalterin setzt das Gesammelte in einen stimmigen Rhythmus.
Zitate der Betroffenen, seitenfüllende Motive und Porträts, gedruckt auf transparente, eingeklebte Taschen, diese wiederum gefüllt mit DIN A4 Zetteln, darauf Notizen, Bilder, Worte. Die Fotografien und das Gestaltungskonzept vermitteln die Krankheit sehr emotional. Nora Kleins Ziel ("die Depression transparenter zu machen, zu erzählen, was sie ist, und was sie mit einem macht") wurde, zumindest bei mir, erreicht. Ein Bildband ohne schönes Thema, mit nur bedingt schönen Bildmotiven und dennoch sehr, sehr schön!
Bibliografie:
Nora Klein
Text(e) von Sonja Hartwig, Gestaltung von Saskia Köhler
Deutsch
2017. 136 Seiten, 64 Abb.
gebunden
23,00 x 31,00 cm
ISBN 978-3-7757-4229-0
Der Ladenpreis beträgt 40,00 Euro