Presseschau

Fehler in Schulbüchern, Konkurrenz für Google, Kinderwünsche

26. Oktober 2007
Redaktion Börsenblatt
Verlage sind "stinksauer" über die Schulbuch-Untersuchung der Stiftung Warentest - die "FR" widmet sich heute noch einmal der Diskussion um die Fehler in Schulbüchern. Weitere Themen: Ein Malermeister will Google Konkurrenz machen und Kinderwünsche.
"Was eigentlich ist ein Fehler?", fragt Frauke Haß in der "Frankfurter Rundschau". "Ich bin stinksauer", sagt Dirk Wenderoth, Redaktionsleiter Biologie in der Westermann-Verlagsgruppe, von der fünf Bio-Bücher geprüft wurden: "Die Gutachten, die wir einsehen durften, vermitteln einen ganz anderen Eindruck als der Artikel im Stiftung-Warentest-Heft." Fast ausschließlich sei der Fach-Gutachter bei den angeblichen Fehlern bloß zum Ergebnis gekommen, die Darstellung gehe nicht genug in die Tiefe. "Und die positiven Ergebnisse der Didaktiker wurden nicht veröffentlicht." Caspar Dohmen schreibt in der "Süddeutschen Zeitung" über den Hildesheimer Tüftler Martin Bode, der ein besonderes Online-Verzeichnis gegründet hat. Mit seinem neuen Angebot kopiert und vermischt er die Erfolgsrezepte im Internet: Den Wunsch nach Ordnung durch die Suchmaschinenfunktion wie bei Google verschmilzt er mit dem Hang zur Zusammenarbeit wie beim Onlinelexikon Wikipedia, mit Geschäftstüchtigkeit wie den Gelben Seiten im Netz oder dem Drang zur Onlinegemeinschaft wie bei sozialen Netzen wie Myspace. Funktionieren werde Bialex daher nur, wenn sich wirklich eine Community um das Angebot bilde, sagt ein Branchenexperte. Abschrecken könne Nutzer allerdings die geplante und recht unübliche Schutzgebühr von monatlich einem Euro. Die "FAZ" widmet sich einer Studie des christlichen Kinderhilfswerks "World Vision", das 1600 Kinder nach ihren Lebensumständen, Wünschen und Hoffnungen befragt hat. Es sind Nöte, die tatsächlich hausgemacht sind und die auch die Abwesenheit einer Vision vom sozialen Aufstieg durch Bildung verdeutlichen. Das Gefühl dieser unbestritten benachteiligten Kinder, an ihrer Situation wenig ändern zu können, vermitteln ihnen zuallererst die eigenen Eltern. Die World-Vision-Studie fragt aber nicht nach Leselust, und so darf angenommen werden, dass sich Kinder, in deren Zuhause weder Zeitungen noch Bücher stehen, gern zum Lesen verführen ließen, hätten sie wenigstens eine Schulbibliothek.