"Philipp Haussmann, Vorstandsmitglied der Klett AG und der dritte Geschäftsführer des Verlags, sprach Tom Kraushaar und Michael Zöllner vor nur drei Monaten an", schreibt Jörg Plath in der "Frankfurter Rundschau".
Klett-Cotta verjüngt sich mit Tropen auf einen Schlag, und offenbar weil man um die Heftigkeit dieses Schlages weiß, wird Tropen als Imprint weitergeführt. Auch die Tropen-Verleger gewinnen: eine größere Bühne, und das ohne die alte aufgeben zu müssen. "Tropen hat sich elf Jahre lang gut entwickelt", sagt Tom Kraushaar. "Aber es hätte lange gedauert, die jetzigen verlegerischen Möglichkeiten zu erreichen." Mehr Geld, professionelle Strukturen und die Einbindung in die Klett AG mit 2700 Mitarbeitern in 70 Unternehmen in 13 Ländern und mit 400 Millionen Euro Umsatz die zweitgrößte deutsche Verlagsgruppe - das sei ein "schönes unternehmerisches Umfeld". Kraushaar lobt die Offenheit bei Klett, die er bei Bertelsmann/Random House so nicht erwarten würde.
"Der Berliner Open Mike ist der interessante Lesewettbewerb für junge Autoren in Deutschland. Und die schnellste Abkürzung für ambitionierte Schreiber ins Profifach", schreibt Claudia Voigt auf "Spiegel Online".
Und die Stimmung ist meistens berlinerisch-gnadenlos. Man kann durchfallen bei diesem Publikum, und wie. Dann herrscht pikierte Stille unter den Zuhörern, die vielleicht schon manche Autorenkarriere schluckte. Gleichzeitig ist dieser Wettbewerb eine der schnellsten Abkürzungen in den Literaturbetrieb, Autoren wie Terezia Mora, Zsuzsa Bank oder Julia Franck sind hier mit ihren ersten Texten in die Öffentlichkeit getreten.
Als radikaler Anti-Utopist präsentierte sich Martin Mosebach, der den Büchner-Preis entgegen nahm", schreibt Uwe Wittstock in der "Welt".
Das Erschütternde an Büchners großem Geschichtsdrama sei ja, dass in Danton, der sich lange als Architekt und Führer der Revolution empfand, immer unabweisbarer der Verdacht heranwachse, "nur Werkzeug eines blinden Geschicks" gewesen zu sein, das die Welt nicht besser macht, sondern deren Verfall vorantreibt. "Das war es wohl, was Büchner quälte: Die Revolution fraß nicht nur einfach ihre Kinder, sondern sie höhlte sie gleichsam von innen her aus, sie stürzte nicht nur die gesellschaftlichen Verhältnisse um, sondern sie verbrauchte und verdampfte die Vorstellung von souverän handelnden Menschen." Gewiss, die von Mosebach ungeliebte politische Moderne, die mit der Französischen Revolution begann, hat empfindliche Verluste eingebracht. Es ist beeindruckend, wie es diesem Schriftsteller in seiner eleganten Rede gelingt, sogar im Revolutionär Büchner einen Kronzeugen solcher Verluste zu entdecken. Schade aber, dass Mosebach die nicht geringen Vorzüge der politischen Moderne - wie den Zuwachs an Freiheit und Gleichheit, wie Rechtstaatlichkeit und Gewaltenteilung, um nur diese zu nennen - immer wieder mit Schweigen übergeht.