Das Abendessen auf der Schule des deutschen Buchhandels zusammen mit dem Börsenverein sollte die Gelegenheit bieten, Fragen zu stellen und gemeinsam über mögliche Antworten nachzudenken. Das Fundament dazu bildete die Kommunikation zwischen unterschiedlichsten Personen: Buchhändlerazubis sowie Mitarbeitern des Börsenvereins unterschiedichster Sparten, welche alle durch eine gemeinsame Branche verbunden sind. Doch wie wird diese Branche in 10 Jahren aussehen, in welcher neue Medien mit rasanter Geschwindigkeit an Einfluss gewinnen? In der die Errungenschaften des Internets nie dargewesene Möglichkeiten zu wirtschaftlichem Erfolg bieten und zugleich durch virtuelle Anbieter die größte Konkurrenz darstellen? In der sich in den nächsten Jahren zeigen wird, ob kleine Unternehmen ihren Platz auf dem Markt halten können, während Großkonzerne mit erschreckender Geschwindigkeit ihre Vormarktstellung auszubauen versuchen? Und in der das Überlebenskonzept in erster Linie Flexibilität bedeutet. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, so hat sich in den Gesprächen erwiesen, sind gefragt- sowohl den Kunden gegenüber, welche heute zunehmend andere Ansprüche an Buchhandlungen in Form von "Medienkaufhäusern" stellen, als auch der schwierigeren Situation dem Arbeitsmarkt gegenüber, auf dem Ausbildungsstellen rar gesät sind. Wie stark dabei die Diskrepanzen zwischen den vorherrschenden Meinungen der Azubis und der Börsenvereinsmitarbeiter sein können, kam dabei ebenfalls zu tage. Es bleibt zu hoffen, dass sowohl der Wirklichkeitsbezug jener, deren Arbeit nicht auf Tuchfühlung mit den Geschehnissen in den Filialen beruht, geschärft werden konnte, als auch, dass Azubis dieser Branche erneut vor Augen geführt wurde, dass es unerlässlich ist, sich den Gegebenheiten anzupassen: Die Zeiten des "idyllischen" kleinen Buchhandels sind passé, ein reaktionäres Denken ist unangebracht, Neugierde und Offenheit gegenüber Neuem sind gefragt- zumal das Neue noch lange nicht vollendet ist. Als Fazit des Abends bleibt zu sagen: Dieses Treffen hat die Chance geboten, einmal hinter die Kulissen des Börsenvereins blicken zu können und sich mit Menschen auszutauschen, die man ansonsten wahrscheinlich nie kennenlernen würde. Darum empfinde ich den Abend als Erfolg und hoffe, dass sich solche Arrangements auch in Zukunft widerholen, da alle Beteiligten nur davon provitieren können.