"Die Milchkuh namens Literatur" - die NZZ war bei der Münchner Tagung der Literaturkritiker dabei:
An einer in der vergangenen Woche im Münchner Literaturhaus durchgeführten internationalen Tagung zur Literaturkritik herrschte Konsens darüber, dass erst die(se) Unabhängigkeit es der Kritik ermöglicht, dem Kunstwerk auf Augenhöhe zu begegnen. Die vornehmlich dem Gedankenaustausch zwischen europäischen Literaturjournalisten und der Bestandesaufnahme in den jeweiligen Ländern dienende Konferenz hatte freilich eine verblüffende Wirkung: Allenthalben rieb man sich die Augen, und bisweilen geradezu fassungslos folgten die beteiligten Kritiker den Schilderungen ihrer Kollegen. Solche Probleme möchten wir haben, mögen sich die Vertreter aus den Ländern des ehemaligen Ostblocks gedacht haben, als sie den karikierenden Selbstbezichtigungen folgten, die Sigrid Löffler in ihrem Eröffnungsvortrag zum Besten gab. Ihre Suada liess keines der geläufigen Klischees aus, die über die Literaturkritik zirkulieren und die gemeinsam haben, dass sie alle ein wenig stimmen und doch alle haarscharf an der Sache vorbeizielen.
"Frankreich will Raubkopierern das Internet sperren"- Konrad Lischka schreibt im "Spiegel" über die neue Strategie der Musik- und Filmkonzerne:
Wenn ein Franzose zu viele Daten aus dem Internet saugt oder hochlädt, kommt er unter besondere Beobachtung: Internetprovider sollen auffällige Kunden einer neuen Behörde melden. Die überprüft, ob die Intensiv-Surfer Raubkopien tauschen. Entdeckt die Urheberrechtsaufsicht solches Material, bekommt der Nutzer eine Warnung per E-Mail. Und wenn jemand zum dritten Mal erwischt wird, klemmt der Internetprovider den Zugang ab. So will Präsident Nicolas Sarkozy in Zukunft die Urheberrechte im französischen Internet schützen. Im nächsten Jahr soll die Urheberrechtsaufsicht gegründet werden, das Parlament soll bis zum Sommer über entsprechende Gesetzesänderungen abstimmen.