"Das Fatale ist, dass jetzt alle beschädigt sind. Laugwitz, Rowohlt, Holtzbrinck, Illies", schreibt Sandra Kegel in der "FAZ". "Jetzt wirft er hin und alle Beteiligten sind düpiert. Was für eine peinliche Party", so Kegel. Der Leidtragende sei der Verlag, der "zum Spielball falscher Projektionen und rücksichtslosen Ehrgeizes" geworden sei. Illies' Entscheidung, seine Verlegerposition wieder aufzugeben, korrigiere eine Fehlentscheidung: "Den ganzen Zirkus freilich hätte man sich sparen können, wenn man nur einmal ernsthaft über die Aufgaben eines Verlegers nachgedacht hätte", so Sandra Kegel in der "FAZ".
"Mag Florian Illies wirklich erkannt haben, dass ihm das Schreiben mehr liege, als das Leiten eines Verlages, der Vorgang steht auch für die Branche selbst. Die Ansprüche an einen Verlagschef sind in diesen Zeiten der digitalen Transformation schneller gewachsen, als sich treue Bücherleser das vorstellen können", schreibt die "Berliner Zeitung".
Mit seinem Abgang bei Rowohlt nach nur einem Jahr folge Florian Illies "dem prägenden Muster seiner Karriere", schreibt Marie Schmidt in der "Süddeutschen Zeitung". Im Laufe seiner Karriere habe Illies viele Funktionen bekleidet, so Schmidt, und zählt seine Teilhabe am Berliner Auktionshauses Villa Grisebach, die Ressortleitung im Feuilleton der "Zeit", das Kunstmagazin "Monopol" und Illies' Tätigkeiten bei der "FAS" auf. Über die Jahre hinweg gesehen, mache Illies "eine etwas unstete Figur. "Und doch lässt einen der Aplomb und der zielsichere publizistische Instinkt, mit dem er jeweils antritt, die Rede vom Rückzug ins Schreibstübchen nur sehr schwer glauben", heißt es in der "Süddeutschen Zeitung" weiter. Da Bücher eines langen Planungsvorlaufs bedürften, könne man bei Illies "nur von einer Stippvisite auf dem Posten sprechen".
Die plötzliche Kündigung von Barbara Laugwitz an der Spitze von Rowohlt Ende August 2018 wurde in der Branche - und von namhaften Autoren des Verlags - entgeistert aufgenommen. Barbara Laugwitz ist seit März 2019 Verlegerin bei Ullstein.
Florian Illies (48) gründete die Kunstzeitschrift "Monopol", arbeitete als Geschäftsführer des Kunstauktionshauses Grisebach, in verschiedenen Positionen bei der "FAZ" und als Herausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit ", die wie Rowohlt zur Verlagsgruppe Holtzbrinck gehört. 2002 erschien sein Bestseller "Generation Golf, 2013 "1913. Der Sommer des Jahrhunderts"; es folgten 2017 "Gerade war der Himmel noch blau" und ein Jahr später "1913. Was ich unbedingt noch erzählen wollte".
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