Änderung bei VLB-TIX

»Spürbare Effekte bis Ende Februar«

13. Februar 2020
von Börsenblatt Online
VLB-TIX wird künftig als Inhouse-Lösung weiterentwickelt, zusammen mit dem VLB. MVB-Geschäftsführer Ronald Schild über aktuelle Performance-Probleme der digitalen Vorschau – und die Durchdringung im Buchhandel.

Nutzer beklagen die mangelhafte Systemleistung und -stabilität von VLB-TIX. Woher kommen die Probleme?
Der Grund ist eigentlich erfreulich: VLB-TIX wächst. 2019 hat sich die Zahl der Besucher nahezu verdoppelt und die Seitenaufrufe sind um 140 Prozent gestiegen. Im Januar 2020 gab es einen weiteren signifikanten Zuwachs bei den Zugriffen. Doch genau diese Lastspitzen bereiten uns aktuell Probleme. Obwohl wir schon im vergangenen Jahr sehr umfangreiche Optimierungen an VLB-TIX vorgenommen haben, sind die Ergebnisse noch nicht zufrieden­stellend. Da VLB-TIX ein komplexes System ist, lässt sich seine Performance leider nicht einfach durch das Zuschalten von Serverkapazitäten erhöhen. Vielmehr müssen wir die bestehenden Datenstrukturen und -abfragen der Plattform grundlegend anpassen.

Welche Maßnahmen sind konkret geplant – und in welchem Zeitraum?
Unsere Entwickler konzentrieren sich jetzt voll und ganz auf kurzfristige Performance-Verbesserungen, die bis Ende Februar spürbare Effekte bringen werden. Spätestens bis zur nächsten Vertreterreise im Sommer sollen die Leistungsabfälle bei Lastspitzen dann Geschichte sein. Dazu fahren wir geplante Weiterentwicklungen am System bis auf Weiteres auf ein Mindestmaß herunter. Um die Skalierbarkeit unserer Plattform nachhaltig auszubauen, arbeiten wir bereits seit Herbst 2019 daran, VLB-TIX dauerhaft auf ein Hochverfügbarkeitssystem mit maximaler Ausfallsicherheit umzustellen. Technologisch setzen wir dabei auf die bewährte Infrastruktur des VLB, die schon heute diese Anforderungen erfüllt und mit der wir eine Verfügbarkeit von nahezu 100 Prozent erreichen. Unser internes Team an erfahrenen Softwareingenieuren werden wir für die Neu- und Weiterentwicklung beider Plattformen aufstocken. Zukünftig können wir so noch schneller und flexibler Anpassungen vornehmen.

Verlage monieren fehlende Akzeptanz im kleineren inhabergeführten Buchhandel. Wie wollen Sie das ändern?
Die Durchdringung im Buchhandel braucht Zeit, da sich hier seit Jahrzehnten eingeübte Abläufe verändern müssen. Diesen weitreichenden Veränderungsprozess begleiten wir durch umfassende Schulungsangebote vor Ort und im Netz und setzen so oft wie möglich auf den persönlichen Austausch, ob im Kundentreffen, bei den VLB-TIX-Stammtischen oder bei Branchenveranstaltungen im gesamten deutschsprachigen Raum. Das gilt für Buchhändlerinnen und Buchhändler genauso wie für Vertreterinnen und Vertreter. Die stark steigenden Nutzungszahlen sprechen aber eine klare Sprache: VLB-TIX kommt auch im unabhängigen Sortiment an.

Mit welchen neuen Funktionalitäten ist in diesem Jahr zu rechnen?
VLB-TIX bietet schon heute eine Vielzahl von Funktionen, die mit der gedruckten Vorschau niemals möglich waren und deutliche Effizienzgewinne bringen. Sobald selbst bei stark steigenden Nutzerzahlen ein zuverlässiges Arbeiten sichergestellt ist, werden wir vor der Zusammenführung der Plattformtechnologien noch einige wesentliche Weiterentwicklungen durchführen. Dazu gehören unter anderem Verbesserungen beim Rechte-Management für Verlage, bei der allgemeinen Usability und bei der Integration in die Warenwirtschafts- und Vertretersysteme.