Loewe führt das Label "Ohne KI" ein
Ein Zeichen setzen gegen KI-Slop: Ab sofort wird das neue Label "Ohne KI" in Online-Shops an den Coverabbildungen von Loewe-Büchern angezeigt, wie der Verlag mitteilt.
Ein Beispiel für das neue Label
Ein Zeichen setzen gegen KI-Slop: Ab sofort wird das neue Label "Ohne KI" in Online-Shops an den Coverabbildungen von Loewe-Büchern angezeigt, wie der Verlag mitteilt.
Ein Beispiel für das neue Label
KI-Slop (abgeleitet vom englischen "Slop" für "Matsch", "Brühe" oder "Schweinetrank") bezeichnet minderwertige, von künstlicher Intelligenz generierte Inhalte, oft von überschwemmendem Charakter. Der Loewe Verlag führt als Gegenmaßnahme das neue Label "Ohne KI" ein. Ab sofort wird es in Online-Shops an den Coverabbildungen von Loewe-Büchern angezeigt. Damit will der Verlag Leser:innen die Orientierung in einer wachsenden Flut KI-generierter Bücher erleichtern und kommuniziert klar, welche Titel von Menschen geschrieben, illustriert und sorgfältig verlegerisch betreut wurden.
Seit Monaten steige insbesondere im E-Commerce die Zahl KI-generierter Bücher stark an, so Loewe in einer Mitteilung zum neuen Label. Vor allem auf großen Plattformen stünden Kund:innen vor der Herausforderung, entsprechende Titel als solche zu identifizieren. Die Kritik richtet sich dabei vor allem gegen automatisch erzeugte Texte und Illustrationen ohne redaktionelle Qualitätsprüfung. Zwar soll ab August eine gesetzliche KI-Kennzeichnungspflicht greifen, allerdings sei fraglich, ob sich diese umfassend durchsetzen lässt. Seit Jahren sei nämlich festzustellen, dass viele "KI-Selfpublisher" in ihren Produkten nicht einmal der gesetzlichen Impressumspflicht nachkommen.
Anstatt weiterhin auf eine KI-Kennzeichnung durch E-Commerce-Plattformen zu hoffen, beschreitet der Loewe Verlag nun einen eigenen Weg: "Wir haben die Online-Coverabbildungen unseres gesamten lieferbaren Programms mit dem Label 'Ohne KI' versehen", sagt Geschäftsführer Christoph Gondrom. "Dieses Kennzeichen wird fortan standardmäßig für Abbildungen unserer Cover in Online-Shops verwendet." Das Label stehe für klar definierte verlegerische Standards. Vertragliche Vereinbarungen, strukturierte Prüfprozesse sowie ein persönliches, intensives Lektorat gewährleisten, dass Texte und Illustrationen ohne generative KI entstehen.
Auch bei Autor:innen und Illustrator:innen findet die Initiative Zustimmung. Markus Orths, Autor der Kinderbuchreihe "Crazy Family", sagt: "Ich bin unbedingt dafür und finde es nicht nur wichtig, sondern unumgänglich, diesen Schritt zu gehen. Wenn wir dem Ausufern der KI nichts entgegensetzen, werden wir bald ohne Autoren und letztlich dann auch ohne Verlage dastehen." Besonders im Kinderbuchbereich dienen Bücher nicht nur zur Unterhaltung, sondern unterstützen Kinder beim Lesenlernen, vermitteln Wissen, stärken Selbstvertrauen und fördern Empathie sowie Kreativität. Mit dem Label "Ohne KI" will der Loewe Verlag seinen Anspruch unterstreichen, Familien weiterhin Bücher anzubieten, die auf Erfahrung, Sorgfalt und echter verlegerischer Arbeit basieren.
Wir würden uns sehr freuen, wenn sich weitere Verlage dieser gemeinnützigen Initiative anschließen würden. Gerne erweitern wir das Portal bei Interesse so, dass Verlage die Zertifikate für ihre Autor:innen, Grafiker:innen und Hörbuchsprecher:innen managen können. Zertifizierbar sind alle Medien, also Bilder, Print, Audio, Video, etc. Sie erhalten einen QR-Code, einen Link und einen Hashtag für Ihre Veröffentlichung.
Ulrich Störiko-Blume