Internationaler Literaturpreis 2020

Corona-Krise: Preisgeld für alle auf der Shortlist

29. April 2020
von Börsenblatt Online
Als ein Zeichen der Solidarität angesichts der Corona-Krise werden die Ausrichter des Internationalen Literaturpreises in diesem Jahr alle Titel, die es auf die Shortlist schaffen, auszeichnen. Das Preisgeld wird aufgeteilt.

Darüber informieren das Haus der Kulturen der Welt und die Stiftung Elementarteilchen in einer Medieniformation. Damit werden 2020 alle sechs Titel der Shortlist gleichermaßen ausgezeichnet.

Statt zwei Preisträger*innen wird es zwölf Gewinner*innen geben: die sechs Autor*innen und sechs Übersetzer*innen der Shortlist. Der Internationale Literaturpreis möchte in dieser für viele Kulturschaffende prekären Situation somit nicht ein einzelnes Werk würdigen, sondern die Arbeit und Stimmen vieler. Das Preisgeld in Höhe von 36.000 Euro wird unter den zwölf Preisträger*innen gleich aufgeteilt.

"Konkrete Hilfe für zwölf Autor*innen und Übersetzer*innen"

Bernd Scherer, Intendant des HKW, sagt: "Zu einer Zeit, in der auf globale Unübersichtlichkeit nicht selten mit einem Rückzug auf nationale Egoismen und Narrative des Ausschlusses reagiert wird, erscheint es wichtiger denn je, die vermittelnde Kraft internationaler Gegenwartsliteratur und ihrer Übersetzung ins Zentrum zu rücken. In die Auswahl der sechs Bücher fließen viel Zeit, Aufmerksamkeit und Diskussionsfreude der Jury. Dass also alle Titel grundsätzlich Gewinnerqualität haben, steht fest. Mit dem veränderten Verfahren leisten wir im Rahmen des Preises konkrete Hilfe für gleich zwölf Autor*innen und Übersetzer*innen. Das erscheint uns in diesem Jahr sinnvoller als die Zuspitzung auf eine literarische Position."

Einreichungen: Der Internationale Literaturpreis verzeichnet in seinem zwöften Jahr insgesamt 135 Einreichungen von 74 Verlagen. Die Werke wurden aus 29 Sprachen übersetzt.

Jury:  Der Jury für den Internationalen Literaturpreis 2020 gehören Robin Detje, Heike Geißler, Tobias Lehmkuhl, Verena Lueken, Daniel Medin, Elisabeth Ruge und Daniela Seel an.

Shortlist wird im Juni im Deutschlandfunk Kultur verkündet

Die sechs ausgezeichneten Werke werden am 4. Juni um 10:05 Uhr live in der Sendung "Lesart" des bundesweiten Senders Deutschlandfunk Kultur bekanntgegeben. Die Preisverleihung auf der Dachterrasse des HKW entfällt in diesem Jahr.

René Aguigah, Ressortleiter "Literatur, Philosophie, Religion" bei Deutschlandfunk Kultur, sagt: "Wir freuen uns sehr, Gastgeber für einen Preis zu sein, der wie kein anderer Literaturpreis in Deutschland die Zusammenarbeit zwischen Schreiben und Übersetzen fördert – und damit die Öffnung auf andere Sprachen hin. Deutschlandfunk Kultur tut dies als öffentlicher Ort in einer Zeit, in der Öffentlichkeit nicht ohne weiteres herzustellen ist."

Zum Preis

Der Internationale Literaturpreis wird vom Haus der Kulturen der Welt (HKW) und der Stiftung Elementarteilchen seit 2009 verliehen und zeichnet herausragende Werke internationaler Gegenwartsliteraturen und ihre Erstübersetzungen ins Deutsche aus.

Weitere Informationen zum Internationalen Literaturpreis unter: hkw.de/literaturpreis und und https://www.deutschlandfunkkultur.de/lesart