Hertie

Lieferstopp für Bücher

24. Juli 2015
Redaktion Börsenblatt
Die 73 Filialen der insolventen Warenhauskette Hertie werden offenbar bereits seit rund drei Wochen nicht mehr mit Büchern beliefert. Dies hat der Leiter einer Münchner Hertie-Filiale auf Nachfrage bestätigt.
Grund für den Lieferstopp der Partner KNV und MairDumont sind offenbar nicht gezahlte Rechnungen. MairDumont, Lieferant der Warenhäuser im Reise-Segment, bestätigte, dass man »aus finanziellen Gründen« einen Lieferstopp verhängt habe. Das Stuttgarter Barsortiment KNV wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern. Von der Hertie-Zentrale war bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu erhalten. Die Warenhauskette, die der britische Finanzinvestor Dawnay Day 2005 für rund 500 Millionen Euro von Karstadt-Quelle übernommen hat, musste am vorigen Donnerstag Insolvenz anmelden. Als Folge der Finanzmarktkrise ist der Eigentümer selbst in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und kann dem defizitären Warenhaus kein neues Geld zuschießen. Die Hoffnungen der 4.100 Hertie-Mitarbeiter ruhen nun auf dem Insolvenzverfahren. Nach Medienberichten geht der Insolvenzverwalter davon aus, dass »mehr als die Hälfte der Häuser« erhalten bleiben könnte.