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60 Prozent der Buchhandelskunden wollen keine Beratung

3. Dezember 2008
Redaktion Börsenblatt
Buchhandelskunden sind Spontankäufer. Das geht aus einer aktuellen Konsumentenbefragung der Kölner POS-Agentur Die Gefährten in Kooperation mit dem Fachmagazin "acquisa" hervor. Die Kölner Agentur hat rund 400 Kunden des Bertelsmann-Clubs, von Thalia, der Mayersche, Mackensen und Baedecker nach ihren Erfahrungen befragt.
###WERBUNG### Laut Umfrage tätigt ein Großteil der Kunden, 60 Prozent, seine Einkäufe nach ausgiebigem Stöbern eher spontan und ohne Beratung. 40 Prozent der Befragten gaben an, qualifizierte Beratung in Anspruch zu nehmen, die sie überwiegend positiv bewerten. 77 Prozent der Kunden beurteilen die Beratungsqualität mit den Noten sehr gut und gut. 41 Prozent der Befragten gaben an, sich vor dem Gang ins Geschäft zu informieren, dabei zählen vor allem persönliche Empfehlungen (37 Prozent). Tageszeitungsbeilagen und das Internet folgen als Informationsmedium zu gleichen Teilen mit 23 Prozent. In einem Punkt waren sich fast alle Befragten einig: 84 Prozent möchten den Gang in die Buchhandlung nicht missen. Gefragt wurde auch nach den generellen Entscheidungskriterien für die Wahl der Buchhandlung: Sortimentsvielfalt (35 Prozent) Preis (17 Prozent) Lage (15 Prozent) Qualität der Produkte (14 Prozent) Weitere 16 Prozent der Befragten würden sich darüber hinaus eine lebhaftere Atmosphäre (48 Prozent) und mehr Möglichkeiten zum Probelesen wünschen (30 Prozent). 33 Prozent der Befragten können sich zwar vorstellen ihre Bücher auch über das Internet zu beziehen, doch bieten Online-Portale aus Zeit- oder Bequemlichkeitsgründen nur eine Alternative aber keinen Ersatz. Als Spitzenreiter der Portale im Internet geben 71 Prozent aller Befragten amazon.de an. Aus der Umfrage geht zudem hervor, dass das Potenzial von Werbemaßnahmen vor Ort noch kaum ausgeschöpft wird. So sind nur 20 Prozent der Befragten Werbemittel am POS aufgefallen. Davon wurden Sonderplatzierungen (35 Prozent) und Displays (27 Prozent) am stärksten registriert. Nur 9 Prozent der Käufer seien jedoch dadurch in ihrer Kaufabsicht beeinflusst worden. 16 Prozent der Befragten seien durch Bestseller-Listen zum Buchkauf veranlasst worden. „Die vielen Spontankäufer stellen für Werbende quasi eine Einladung zur erfolgreichen Vermarktung ihrer Produkte dar. Diese Chance muss direkt am POS genutzt werden - insbesondere die noch unentschlossenen Kunden können hier überzeugt werden“, so Marco Nikolay, Geschäftsleitung von Die Gefährten.