Fachgruppenversammlung Verlag

Karl-Peter Winters: „Solidarisch positionieren“

10. Juni 2010
Redaktion Börsenblatt
Die Buchbranche sei gut durch die Krise gekommen. „Mit der Einführung des iPads haben sich die Bedingungen für die Branche entscheidend verändert, viele hoffen zum Besseren, aber das ist nicht ausgemacht“, sagte Karl-Peter Winters, Vorsitzender der Fachgruppenversammlung der Verleger, auf deren Treffen. Seine Aufforderung: Gegenüber dieser Entwicklung sollten sich alle Verlage gemeinsam solidarisch positionieren.
Winters bezeichnete seinen Bericht selbst als Parforceritt. Zur Übersetzervergütung sagte er: "Es gibt derzeit keinen Anlass für Gespräche mit den Übersetzern, die Verlage sollten jetzt vielmehr die beiden noch ausstehenden Urteile des Bundesgerichtshofs abwarten."
Zur Mehrwertsteuer: "Die Chancen für einen reduzierter Mehrwertsteuersatz für elektronische Produkte standen ganz gut - bis zu Griechenlandkrise, mittlerweile muss man für den reduzierten Mehrwertsteuersatz für Printprodukte kämpfen."

Diskutiert wurde von den Verlegern intensiv über eine mögliche Strategieänderung von libreka!, jedoch ohne eindeutiges Ergebnis. MVB-Geschäftsführer Ronald Schild hatte zuvor in einem Vortrag prognostiziert, dass Google, Amazon und Apple den E-Book-Markt dominieren werden. Libreka! als Konkurrent in Stellung zu bringen, würde enorme Investitionen notwendig machen. Die Alternative dazu bestehe darin, Libreka! als Distributions-Plattform zu etablieren.
Dies würde laut Schild bedeuten:
- Zentrale Belieferung von libreka! mit allen E-Books
- Verhandlung eines Distributionsvertrags mit Apple
- ein Vergütungsmodell, das die Einnahmen an Apple (30 Prozent), Verlage (67 Prozent) und libreka! (drei Prozent) aufteilt

„Der VA sieht sich nicht in der Lage, aufgrund der Präsentation eine Entscheidung zu treffen“, fasste Matthias Ulmer vom Vorstand die Diskussion am Ende zusammen. Ronald Schild stellte eine „große Divergenz der Erwartungen“ fest.