14 Kriminalromane mit der Figur Tabor Süden hat Ani bereits geschrieben. Mit „Süden“ ist – nach kurzer Auszeit – sein fünfzehntes Buch erschienen, als Folge der beidseitigen (?) Sehnsucht zwischen Autor und Protagonist: „Die Geschichten mit Süden funktionieren am Besten“. Das Besondere an den Kriminalromanen ist, dass es keine Leichen gibt. Vielmehr geht es um Menschen, die verschwinden. Dabei steht oft die Psyche des Menschen im Vordergrund: Gibt es ihn noch? Ist er vermisst oder verschwunden? Wieso merkt es keiner? Wer merkt es? Wie reagiert das Umfeld?
Verstörung und „Vermissungen“ sind die Begriffe, die am häufigsten bei Ani auftauchen - wobei es sich hier nur bedingt um den korrekten Polizei-Jargon handelt. Auf Nachfrage von Buchjournal-Redaktionsleiter Eckart Baier erklärt Ani, dass Ermittler unterschiedlich auf die Wortwahl reagiert haben.
Schockeffekte, Blut und Brutalität fehlen in seinen Krimis. Ani meint dazu: „das machen die Skandinavier, das schaffen die allein“. Aber auch bei Südens Ermittlungen gibt es solche Elemente: Das „Unerwartete, Schockierende kommt direkt aus den Figuren“. Bei Anis Büchern muss man sich auf die Merkwürdigkeiten der Geschichten einlassen.
Mit dieser Art der Erzählung und dem Tatbestand „Vermissung“ hat Ani ein neues Genre in der Kriminalliteratur begründet. Seine ersten Erfahrungen bei der Recherche hätten ihn eher abgeschreckt; so sah er Beamte, die stoisch Vermisstenformulare ausfüllten. Aner da habe es „Klick gemacht“ und Ani habe erkannt, dass im Unspektakulären und Unscheinbaren eine – ja, seine – Herausforderung liegt.
Den München-Krimis mit Lokalkolorit ist er seit seinem ersten Buch treu geblieben. Die Süden-Romane spielen nicht in den schicken Teilen der Metropole – Ani’s Tabor Süden reize das nicht, er würde eher sagen „do hob i kei Zeit“. Die PR-Seite Münchens mit Glitzer und Oktoberfest mag auch Ani selber nicht. Er erzählt von seiner Welt in München-Giesing und dem Arbeiterviertel. Die Liebe zu dieser Welt ist so groß, dass er seine Geburt auf dem Land (statt in München) als „Irrtum der Evolution“ bezeichnet.
Zum Glück braucht der pleite-gewordene „Süden“ Geld und wir können uns auf eine neue Geschichte mit dem Ermittler freuen. Noch in diesem Jahr werden die ersten drei Krimis der „Süden-Reihe“ als Taschenbuch erscheinen. Im gleichen Zuge wird dann auch der sechzehnte Roman „Süden und die Schlüsselkinder“ veröffentlicht. Fertig ist er schon.