Fasten zur Heilung einzusetzen, ist uralte Praxis. Dass es auch Gesunden gut tun kann, ihren Körper zu entschlacken? Diese Idee erlebte erst in den 1970er Jahren ihren Durchbruch – dank Hellmut Lützner.
Zu Fasten hatte schon in seinem Elternhaus Tradition, später wurde das Thema für ihn Arbeitsschwerpunkt: sowohl während seiner Zeit als Assistenzarzt in Dresden und Berlin, als auch später als Fastenarzt in der Buchinger-Klinik am Bodensee. 1975 übernahm er die Kurparkklinik in Überlingen, eine Fachklinik für ernährungsbedingte Krankheiten – und ein Jahr danach, 1976, erschien zur Fernsehsendung „Fasten für Gesunde“ (Bayerischer Rundfunk) bei Gräfe und Unzer erstmals sein Buch „Wie neugeboren durch Fasten“.
Auf wie viele Auflagen es von der Titel bis heute bringt, lässt sich laut Verlag exakt nicht mehr nachvollziehen. Fest steht jedoch: Allein seit 1980 gab es über 50 Nachauflagen. Bis heute kehrt der Ratgeber regelmäßig auf die Bestsellerliste zurück - insgesamt verkaufte er sich seit seiner Premiere mehr als zwei Millionen mal.
Die Redaktion habe den Titel immer wieder inhaltlich überarbeitet, auf den neuesten Wissensstand gebracht, modernisiert, sagt GU-Sprecherin Claudia Uhr. „Ansonsten wurde der Ratgeber weitgehend belassen. Insbesondere das Covermotiv wurde nie geändert, da der Titel dem Publikum als ‚Mann, der aus der Hose springt’ bekannt ist.“ Lützner dürfte das gefallen: Obwohl mittlerweile 83 Jahre alt „erkundigt er sich noch heute gelegentlich nach der Entwicklung seines Buches.“
Hellmut Lützner: Wie neugeboren durch Fasten. Gräfe und Unzer (zuletzt 2008), 128 S., 12,99 Euro.
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