Eine Nierensuppe, so wie anno 1911? Oder Fischstäbchen mit Tomatensoße und dazu Pfirsiche aus der Dose, wie in den 70er Jahren? Nein, Rezepte dafür gibt es in Dr. Oetkers „Schulkochbuch“ schon lange nicht mehr. Auch die Preise für die Zutaten werden nicht mehr notiert. Dafür aber jede Menge Fotos abgedruckt – bei der Premiere 1911 undenkbar.
Wie viele Auflagen von dem Klassiker bis heute erschienen sind, lässt sich längst nicht mehr prüfen. „Irgendwann wurde nicht mehr mitgezählt“, sagt Marketingleiter Harald Wessel. Gezählt wurde jedoch, wie oft sich das Kochbuch verkaufte; Wessel spricht von 19 Millionen Exemplaren, im deutschsprachigen Raum. Zum Vergleich: „Backen macht Freude“, das 1930 erstmals veröffentliche Pendant für Kuchenfans, verkaufte sich laut Wessel bisher 26 Millionen mal.
Im Herbst soll das Jubiläum – „100 Jahre Schulkochbuch“ – in großem Stil gefeiert werden. Der Mutterkonzern werde da kräftig mithelfen, erzählt Wessel, unter anderem, indem Buch-Prospekte per Backmischung verteilt werden. Was noch ansteht: Derzeit bereitet der Verlag ein Begleitbuch vor, dass auf Basis des „Schulkochbuchs“ den Wandel der Ernährungsmoden nachzeichnet; zusätzlich soll es eine App geben, ein Enhanced E-Book mit Videos, Fotos und und und...
Passend zur Retro-Welle hat Dr. Oetker übrigens bereits ein Reprint auf den Markt gebracht – aus den 60er Jahren (auf dem Cover: ein Kotelett mit Spiegelei, dazu Tomaten auf einem Bett aus Erbsen).
Schulkochbuch. Dr. Oetker Verlag (zuletzt 2008), 400 S., 14,95 Euro.
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