Abramowitsch schmückt sich mit dem Verein genauso wie mit Yachten, einem Privatjet und teuren Kunstwerken. Sein Landsmann Alexander Mamut ist etwas weniger reich, weniger bekannt, weniger exzentrisch. Mamut hat auch keinen Fußballklub gekauft, sondern nur die größte britische Buchhandelskette Waterstone’s – für 61 Millionen Euro. Im Fußballgeschäft sind Eigentümer aus dem Ausland mittlerweile nichts Besonderes mehr. Der stationäre Buchhandel hingegen erschien bislang kaum als reizvolles Feld für fremde Investoren.
Mamuts Engagement ist mithin ein Einschnitt, der deutlich macht, wie stark der Buchhandel eine Branche wie andere auch geworden ist. Einerseits. Andererseits lassen die ersten Taten des Moskauer Geldgebers aufhorchen. Als Geschäftsführer wurde James Daunt eingesetzt, Gründer einer anspruchsvollen kleinen Buchladenkette in London. Zudem soll künftig weniger zentralistisch und stärker lokal über das Sortiment der fast 300 Filialen entschieden werden. Ob das ausreicht, um gegenüber dem Giganten Amazon mit seinem Kindle und den Supermärkten mit ihrer Dumpingpreispolitik zu bestehen, ist ungewiss. Eine Idee von Buchhandel zu verfolgen, die auf die Qualität des Buchs und die Kompetenz der Sortimenter selbst setzt, hat jedenfalls einigen Charme.