Gegründet wurde der Verlag am 31. Mai 1911 von Gaston Gallimard als Les Éditions de la Nouvelle Revue Française (nrf) - als »festes« Publikationsorgan der bereits bestehenden Literaturzeitschrift. Noch heute findet sich das stilisierte Logo nrf auf vielen Titeln des heute zweitgrößten Verlagshauses Frankreichs, das sich zu einer Verlagsgruppe und Medienhaus entwickelt hat – und sich doch noch immer in Familienhand befindet, die sich stets mit Händen und Füßen gegen eine Fremdbestimmung gewehrt hat. Die Éditions Gallimard werden heute vom Enkel des Gründers, Antoine Gallimard, in dritter Generation am Pariser Standort geführt.
Berühmt ist der Verlag für seine weißen Bücher und seine außergewöhnliche Backlist, die sich wie das ABC der Weltliteratur liest. Nahezu alle namhaften französischen Autoren erschienen in Originalausgaben bei Gallimard. Der Verlag, dessen Programm maßgeblich vom Schriftsteller André Gide mitgestaltet wurde, veröffentlichte neben einer Vielzahl französischer Klassiker auch stets die literarische Avantgarde. Eine Veröffentlichung bei Gallimard bedeutet noch heute nichts weniger als einen literarischen Ritterschlag. Den wirtschaftlichen Erfolg des Verlages sichern dabei aber auch erfolgreiche Buchreihen und Beststeller wie »Harry Potter«.
Das Feuilleton feiert den Geburtstag mit berauschten Worten:
»In punkto Geschichte, Familienbindung, Qualitätsanspruch und internationales Renommee lässt sich Gallimard mit keinem französischen Verlag vergleichen.«
Marc Zitzmann, NZZ
»Hundert Jahre nach der Gründung ist auf die Erfolgsgeschichte eines Verlags zurückzublicken, der sich über die Jahrzehnte hinweg auf verblüffende Weise als eine Zentralinstanz des französischen Geisteslebens behauptet hat.«
Helmut Mayer, FAZ
»What remains astonishing, and finally moving, about this celebration, is how the volumes published today in the Collection Blanche look in all essentials identical to the very first of them to appear, Claudel's L'Otage, in 1911. The same thin red and black stripes on an ivory ground, with the Nrf sign in the centre. This aesthetic continence, and consistency, remains very much l'exception française, one the French can genuinely be proud of and the rest of the world can rejoice in.«
Stephen Romer, The Guardian
»Évoquer son nom, c'est résumer un siècle de littérature française et étrangère: Gallimard.«
Thierry Clermont, Le Figaro