Unter dem Titel „Sagenhaftes Island“ präsentiert das Gastland einem nationalen und internationalen Publikum seine Kultur und gibt Einblicke in seine literarische Tradition und Gegenwart. Unter den isländischen Autoren, die in Frankfurt erwartet werden, ist auch der diesjährige Träger des Nordischen Literaturpreises Gyrðir Elíasson.
Ca. 177 Titel erscheinen im Rahmen des Ehrengastauftritts. Der Großteil der Übersetzungen stammt mit rund 80 Titeln aus der Belletristik. Das sei doppelt so viel wie erwartet, sagte Halldór Gudmundsson, Direktor "Sagenhaftes Island". Die Liste der Neuerscheinungen wird unter www.buchmesse.de/ehrengast und www.sagenhaftes-island.de ständig aktualisiert und steht dort zum Download bereit. "Wir sind keine ehmalige Militärdiktatur und deswegen nicht so oft in den Nachrichten", sagte Gudmundsson in Anspielung auf das letztjährige Gastland Argentinien. "Deswegen nutzen wir die Buchmesse als Buchmesse und stellen Literatur vor."
Alle Redner hoben hervor, dass kaum eine andere Nation so mit ihrer Literatur lebe wie Island, wo jeder der rund 320.000 Einwohner im Schnitt acht Bücher pro Jahr kauft. Die ehemalige Präsidentin Islands, Vigdís Finnbogadóttir, verwies auf die Kargheit des Landes, um daraus zu schlussfolgern: "Das einzige Material, aus dem man bei uns etwas schaffen kann, ist das Wort. Und das gibt es umsonst." Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, zitierte aus einem Tischgespräch mit isländischen Gästen vom Vorabend: "Menschen brauchen Schlaf, Essen, vielleicht Sex, auf jeden Fall Geschichten." Der Hunger nach guten Geschichten stecke tief im Menschen. Die Fülle der Übersetzungen lasse darauf schließen, dass das deutsche Publikum die Lust der Isländer an Geschichten teile, glaubt Sigtryggur Magnason, Autor und Aufsichtsratsvorsitzender "Sagenhaftes Island". Daher sei er zuversichtlich, dass sich bei der nächsten Begegnung mit einem deutschen Touristen in Island, nicht nur ein Gespräch über Pferde, sondern auch über Literatur entspinne.
Auf der Frankfurter Buchmesse sollen Besucher auch einen ganz privaten Einblick in die literarischen Vorlieben der Literaturnation Island bekommen: Im Pavillon des Gastlandes im Forum/Ebene1 werden unter anderem Fotos sowie Videoporträts von Isländern in ihren privaten Bibliotheken gezeigt. Bereits 2.000 Fotos sind beieinander.