Den Namen "junge Buchtage" gibt es eigentlich gar nicht mehr - aus Rücksicht auf die alten - aber wenn man sich im Saal umguckt, ist er eben doch treffend. Knapp 100 Nachwuchskräfte aus der Branche fanden sich zusammen. Die "alten Hasen" fehlten ein bisschen, vor allem weil die diskutierten Themen - im Kleinen - eine Fortsetzung der Veranstaltungen vom Morgen waren.
Auf dem Podium wurde die These "Wir sind eine Branche" zwischen Rene Kohl (Kohlibri), Katharina Hesse (mediacampus, Moderation), Karin Schmidt-Friderichs (Berufsbildungsausschuss), Katharina Scholz (Piper Verlag), Stefan Könemann (Barsortiment Könemann) und Elisabeth Windfelder (Studentin) diskutiert. Sind wir denn eine Branche? Und was heisst das überhaupt? In der Keynote- Rede vom Morgen wurde noch das Bild der Familie als Bild für die Buchbranche herangezogen - aber sehen die Jungen, der Branchennachwuchs, die Sache genauso?
Beantwortet wurde die Frage am Ende indirekt: Ja, wir sind eine Branche. Denn uns alle treiben dieselben Aufgaben um. Bekannte Themen rund um Kundenansprache, Newsletter, Absatzzahlen, Mediennutzung und Apps wurden auch hier angesprochen, eben ganz wie bei den Großen. Und Foren wie das Nachwuchsparlament helfen dabei, das Motto mit Leben zu füllen. Sie geben den Jungen die Möglichkeit, Input beizusteuern. In der Natur der Sache liegt es dabei, dass besonders hitzige Beiträge und Foderungen zum Thema Ausbildung (literarische Grundausbildung verstärken!) und Studium kamen (Warum ist die Technik hinter eReadern im sechsten Semester eigentlich immer noch keiner Thema an der Uni?).
Das "Miteinander reden" klappt also schon gut, hoffentlich auch das "Gemeinsam handeln". Hier sollten sich jetzt die älteren Branchenvertreter angesprochen fühlen, denn "gemeinsam" impliziert ja immer: jung und alt. Der Aufruf von Monika Kolb-Klausch, Bildungsdirektorin des Börsenvereins: "Sehen Sie die jungen Menschen als Berater, in deren Fragen viel Wahres steckt". Die Jungen wiederum sollten "ihre Fragen und Gedanken positiv weitertragen", so der Appell von Zwischenbuchhändler Stefan Könemann. Dann könnte das Motto im nächsten Jahr lauten: "Gemeinsam Lösungen umsetzen".