Literarischer Empfang für Gottfried Honnefelder

Kunst, Musik und Dankbarkeit

28. Juni 2011
Redaktion Börsenblatt
Zu feiern galt es im Berliner Büro des Börsenvereins zu gleichen Teilen den kunstsinnigen Verleger, den intellektuellen Philologen, den bodenständigen Rheinländer. Und so bot der literarische Empfang für Gottfried Honnefelder aus Anlass seines 65. Geburtstags am Dienstag Abend ein weites Spektrum an Ausdrucksformen für Dankbarkeit.

In sehr herzlichen, persönlichen Worten grüßte die Stellvertreterin Honnefelders im Vorstand des Börsenvereins, die Buchhändlerin Viola Taube, den Jubilar. Sie genieße es, so Taube, „dass man mit ihm Würstchen essen und Bier trinken kann“. Da war der Rheinländer, der Kölner gemeint. Aber auch der zur Kommunikation besonders Begabte, dessen Fähigkeit hervorzuheben sei, „im Gespräch mit den Kollegen immer Lösungen zu finden und kreativ zu sein“.

Vereinsschatzmeister Jürgen Horbach, im Vorstand (nicht formell, aber faktisch) zuständig für Fragen der Kunst, überreichte Honnefelder sodann als Geschenk des höchsten Ehrenamtsgremiums ein Werk des Münchner Malers Günther Förg mit den Worten: „Natürlich durfte es für einen Verleger kein Buch sein. Und es sollte nicht so viel mit der Realität zu tun haben. Also etwas Abstraktes.“ Zwei Farbfelder, Gelb und Grün; die politische Farbenlehre dahinter blieb nur angedeutet. Und die „optimistische, sedative Wirkung“ der Arbeit (Horbach) muss der Beschenkte nun an sich selbst erfahren.

Festredner Klaus-Dieter Lehmann, der Präsident des Goethe-Instituts, ließ in vielen Zitaten Honnefelders den präzisen Denker und virtuosen Verteidiger des Leitmediums Buch zu Wort kommen. Einen, der schon Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts über Fragen der Digitalisierung nachgedacht habe. Einen, für den das gedruckte Buch immer drei zentrale Funktionen zu erfüllen habe (und auch erfülle): Permanenz des Geschriebenen, Öffentlichkeit der Wahrnehmung und Rezeption, Auswahl des Veröffentlichten. In diesem Dreiklang, so Lehmann, habe für Honnefelder das Buch seine unschlagbare Kraft als „Instrument gegen Indoktrination“.

Nach einer Lesung des Friedenspreisträgers von 2004, Péter Esterházy, dankte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, im Namen der Mitarbeiter der gesamten Gruppe für Honnefelders ehrenamtliches Engagement und für die „wertvolle Zusammenarbeit“ in der Führung des Verbandes in den vergangenen sechs Jahren. Gegen die Devise Horbachs – einem Verleger schenke nie ein Buch – tat dann Skipis genau das: und überreichte Honnefelder den ihm zu Ehren herausgebrachten Titel „Das einzelne Buch zählt“ (herausgegeben von Torsten Casimir, 144 Seiten, 14,90 Euro), das ab sofort bei der MVB bestellt werden kann.

Die wohl intensivste Überraschung des vom Berliner Büro organisierten Abends blieb – wie sollte es bei diesem Jubilar anders sein – der Musik vorbehalten. Die international gefeierte Opernsängerin Nadja Michael gab sich die Ehre, dem, der sie so verehrt, ein paar „Geburtstagsständchen“ zu bringen. Gänsehautmusik zwischen den Wortbeiträgen. Und eine Geste, die Gottfried Honnefelder womöglich rührte.

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