EU-Lese-Studie

Fast jeder Fünfte Jugendliche hat Probleme beim Lesen

14. Juli 2011
Redaktion Börsenblatt
Nahezu 20 Prozent der Neuntklässler in Deutschland haben Schwierigkeiten beim Lesen. Besonders betroffen seien Jungs und Migranten – das ist das Ergebnis einer von der der Europäischen Kommission in Auftrag gegebenen Studie.

„Einer von fünf Schülern in Europa kann mit 15 Jahren nicht richtig lesen, dazu kommen viele Erwachsene", sagte EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou in Brüssel. Zwar zeige die von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebene neue Eurydice-Studie, dass viele Länder Fortschritte gemacht haben, darunter Deutschland. Häufig seien Lernprogramme aber nicht ausreichend auf Problemgruppen ausgerichtet, etwa auf Jungen oder auf Kinder von Migranten.

So gebe es in nur acht Ländern Fachkräfte für Leseförderung an den Schulen. In Großbritannien, Irland, Malta und den fünf nordischen Staaten unterstützen diese Fachkräfte Lehrer, indem sie Nachhilfestunden für Kinder mit Leseschwächen anbieten. In Deutschland hänge es dagegen vor allem von der Eigeninitiative der Lehrer ab, ob und wie lernbedürftige Schüler neben dem regulären Deutschunterricht gefördert würden.

In Deutschland tun sich 18,5 Prozent der 15-Jährigen schwer beim Lesen. Im EU-Vergleich landen die Schüler in der Bundesrepublik damit zwar im guten Mittelfeld. Das EU-weite Ziel, den Anteil an Schülern, die nicht richtig Lesen können, bis 2020 auf 15 Prozent zu senken, ist damit aber noch nicht erreicht. Polen, Finnland und Dänemark gehören zu den Ländern, die das bereits geschafft haben. Besonders schlecht schneiden dagegen Rumänien und Bulgarien ab, wo sich rund 40 Prozent der Schüler beim Lesen schwertun.

Zur vollständigen Studie (englischsprachig) geht es hier.