Schön disparat, das Hörbuch im Sortiment. Die einen verkaufen die Warengruppe 5 ganz wunderbar, andere fahren zurück – und am Ende steht insgesamt ein Minus. Die Produzenten realisieren ihre Zuwächse in anderen Vertriebswegen, umschwärmen den Buchhandel aber weiter wie Motten das Licht. Noch.
Weitaus dynamischer als im Sortiment verläuft die Umsatzentwicklung derzeit nämlich im Tonträgerhandel, in Drogerien, beim Discounter. Eckart von Hirschhausens "Liebesbeweise" etwa gingen im Buchhandel 75 000-mal über die Theke, immerhin 10 000 Exemplare verkauften die Mediamärkte. Geht doch, denken sich die Audioverleger – und schauen mal in der Vertriebsabteilung nach, ob die Energie der Mitarbeiter noch richtig verteilt ist. Und dann? Tonstörung. Ende der Erfolgsgeschichte Hörbuch.
Auf den Fachhändler, der mit Leidenschaft auswählt und berät, sein Gespür für Qualität und seine literarische Kompetenz einsetzt, kann das Medium nämlich nicht verzichten. Wo bliebe die "Midlist", wenn das Sortiment nicht wäre? Wer kümmerte sich im Kleistjahr um Kleist auf CD, um die engagierten Projekte der Verleger? Der Buchhandel schafft die Rahmenbedingungen für viele gute Hörbücher. Non-Books immer, aber wenn das Hörbuch sich nicht mehr dreht, muss der Umsatz eben mit Yogamatten gemacht werden? So einfach ist das nicht. Buch und Hörbuch, das ist ein Dreamteam. Da kommt keine Yogamatte mit.
Die neusten Marktzahlen zum Hörbuch und DVD finden Sie im aktuellen Themenspecial.