Die Buchbranche in den USA ist offenbar in Aufruhr. Grund sind einmal mehr die verlegerischen Ambitionen von Amazon. Einem
Bericht des US-Fachmagazins „Publishers Weekly“ zufolge sehen manche bereits Gefahr in Verzug und gehen davon aus, dass Amazon künftig auch die Verlagsszene dominieren könnte. Denn so sehr sich einige – vor allem Agenten – auch gegen die Marktmacht aus Seattle stemmen wollten, erlägen sie doch auch ihrem Reiz. Wenn Amazon besser zahle, könnten sie sich durchaus vorstellen, mit Amazon zusammenzuarbeiten, werden Agenten anonym zitiert. Je mehr Bestsellerautoren Amazon gewinne, umso wichtiger werde das Unternehmen als Verlag – und umso krititischer sei die Lage für traditionelle Verlage.
Der Buchhandel scheint noch uneins zu sein, ob er Amazon-Titel regulär ins Programm nimmt – oder eben nicht. Laut „Publishers Weekly“ sind die meisten Independents bislang unentschlossen, während Barnes & Noble, die größte Buchkette in den USA, eigene Forderungen stellt. Die Devise: alles oder nichts. Barnes & Noble werde Amazon-Titel nur dann verkaufen, so CEO William Lynch; wenn man sie auch digital anbieten könne – nicht nur print.
Wie berichtet, betreibt Amazon derzeit insgesamt fünf Imprints (siehe Archiv, unten).