USA

Digitaler Umsatzmotor

18. August 2011
Redaktion Börsenblatt
Die Buchverkäufe sind zwar rückläufig, zulegen können die US-Verlage trotzdem: 2010 stiegen ihre Umsätze weiter – dank E-Books.
Der größte Buchmarkt der Welt scheint zu florieren: Laut BookStats haben die US-Verlage im vergangenen Jahr 3,1 Prozent mehr umgesetzt als 2009; die Einnahmen erhöhten sich auf 27,9 Milliarden Dollar (netto; ca. 19,4 Milliarden Euro).

Der Zuwachs resultiert der Studie zufolge vor allem aus der starken Nachfrage nach Fach- und Bildungsmedien – während der Publikumsmarkt stagniert: Hier lagen die Umsätze nur hauchdünn im Plus (2010: 13,9 Milliarden Dollar; plus 0,2 Prozent).

Dass die Publikumsverlage insgesamt überhaupt schwarze Zahlen schreiben, ist wohl dem Boom bei digitalen Inhalten zu verdanken. Als besonders erfolgreich stufen die BookStats-Autoren, die Association oft American Publishers (AAP) und die Book Industry Study Group (BISG), die traditionellen, textbasierten E-Books ein: von 2009 auf 2010 erhöhten sich die Umsätze hier um 201 Prozent auf 864 Millionen Dollar.

Weitere Daten:

  • Apps und Enhanced E-Books spielten eine deutlich geringer Rolle: Mit Apps wurden 2010 rund 600.000 Dollar umgesetzt, mit angereicherten E-Books 14,3 Millionen Dollar.
  • Bundles, also Pakete aus Buch und E-Book, bewegen sich ebenfalls auf Niedrigniveau: Die Einnahmen summierten sich im vergangenen Jahr auf 600.000 Dollar.  
  • Über alle Segmente hinweg lag der Umsatz mit E-Books bei ca. 1,6 Mrd. Dollar (plus 38,9 Prozent gegenüber 2009). Damit erreichten sie einen Marktanteil von 5,8 Prozent.  
  • Die Zahl der verkauften Bücher sank im Vergleich zu 2009: Hardcover verloren 6,6 Prozent, Softcover 2,1 Prozent – und Taschenbücher sogar 8,9 Prozent.  


Vertriebskanale im Publikumsmarkt

Der wichtigste Vertriebskanal bleibt für Verlage der stationäre Handel – mit einem Marktanteil von insgesamt 40,8 Prozent. Die Bedeutung der Buchketten schwindet jedoch: Von 2009 auf 2010 gingen die Umsätze hier um 14,4 Prozent zurück, auf 3,04 Milliarden Dollar (Marktanteil: 21,8 Prozent).

Abgeben mussten auch die Independents: Verlage setzten über diesen Weg 2010 Bücher im Wert von 603,8 Millionen Dollar ab – der Umsatz lag also 3,7 Prozent unter Vorjahr (Marktanteil: 4,3 Prozent).

Für den Onlinehandel ging es indessen weiter aufwärts: 2010 beliefen sich die Einnahmen in diesem Kanal auf knapp zwei Milliarden Dollar (1,994 Milliarden) – gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von 46,1 Prozent (Marktanteil: 14,3 Prozent).

Das Endkundengeschäft der Verlage ist vergleichsweise schwach ausgeprägt (Umsatz 2010: 128,4 Millionen Dollar; Marktanteil: 0,9 Prozent).


BookStats ist ein Novum. Die Studie bietet Einblick in die Umsatz- und Absatzentwicklung im vergangenen Jahr – unter Langzeitperspektive: Sie erfasst die Ergebnisse ab 2008 und basiert auf einer Umfrage, an der 1.963 Verlage teilgenommen haben.