Der Zuwachs resultiert der Studie zufolge vor allem aus der starken Nachfrage nach Fach- und Bildungsmedien – während der Publikumsmarkt stagniert: Hier lagen die Umsätze nur hauchdünn im Plus (2010: 13,9 Milliarden Dollar; plus 0,2 Prozent).
Dass die Publikumsverlage insgesamt überhaupt schwarze Zahlen schreiben, ist wohl dem Boom bei digitalen Inhalten zu verdanken. Als besonders erfolgreich stufen die BookStats-Autoren, die Association oft American Publishers (AAP) und die Book Industry Study Group (BISG), die traditionellen, textbasierten E-Books ein: von 2009 auf 2010 erhöhten sich die Umsätze hier um 201 Prozent auf 864 Millionen Dollar.
Weitere Daten:
- Apps und Enhanced E-Books spielten eine deutlich geringer Rolle: Mit Apps wurden 2010 rund 600.000 Dollar umgesetzt, mit angereicherten E-Books 14,3 Millionen Dollar.
- Bundles, also Pakete aus Buch und E-Book, bewegen sich ebenfalls auf Niedrigniveau: Die Einnahmen summierten sich im vergangenen Jahr auf 600.000 Dollar.
- Über alle Segmente hinweg lag der Umsatz mit E-Books bei ca. 1,6 Mrd. Dollar (plus 38,9 Prozent gegenüber 2009). Damit erreichten sie einen Marktanteil von 5,8 Prozent.
- Die Zahl der verkauften Bücher sank im Vergleich zu 2009: Hardcover verloren 6,6 Prozent, Softcover 2,1 Prozent – und Taschenbücher sogar 8,9 Prozent.
Vertriebskanale im Publikumsmarkt
Der wichtigste Vertriebskanal bleibt für Verlage der stationäre Handel – mit einem Marktanteil von insgesamt 40,8 Prozent. Die Bedeutung der Buchketten schwindet jedoch: Von 2009 auf 2010 gingen die Umsätze hier um 14,4 Prozent zurück, auf 3,04 Milliarden Dollar (Marktanteil: 21,8 Prozent).
Abgeben mussten auch die Independents: Verlage setzten über diesen Weg 2010 Bücher im Wert von 603,8 Millionen Dollar ab – der Umsatz lag also 3,7 Prozent unter Vorjahr (Marktanteil: 4,3 Prozent).
Für den Onlinehandel ging es indessen weiter aufwärts: 2010 beliefen sich die Einnahmen in diesem Kanal auf knapp zwei Milliarden Dollar (1,994 Milliarden) – gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von 46,1 Prozent (Marktanteil: 14,3 Prozent).
Das Endkundengeschäft der Verlage ist vergleichsweise schwach ausgeprägt (Umsatz 2010: 128,4 Millionen Dollar; Marktanteil: 0,9 Prozent).
BookStats ist ein Novum. Die Studie bietet Einblick in die Umsatz- und Absatzentwicklung im vergangenen Jahr – unter Langzeitperspektive: Sie erfasst die Ergebnisse ab 2008 und basiert auf einer Umfrage, an der 1.963 Verlage teilgenommen haben.
Die Kommentare sind nur für registrierte Benutzer sichtbar. Melden Sie sich an oder registrieren Sie sich, wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben.