Ehrung

Adonis - ein Freigeist auf Goethes Spuren

28. August 2011
Redaktion Börsenblatt
Der syrisch-libanesische Dichter Adonis ist heute in der Frankfurter Paulskirche mit dem Goethe-Preis 2011 ausgezeichnet worden.

"So wie Goethe in dem West-Östlichen Divan persische und arabische Dichtung bei uns heimisch machte, so hat Adonis die Errungenschaften der europäischen Moderne in den arabischen Kulturkreis getragen", heißt es in der Jurybegründung. Adonis sei "der bedeutendste arabische Dichter unserer Zeit".

Die Laudatio in der Paulskirche hat Joachim Sartorius gehalten, Intendant der Berliner Festspiele: "Vielleicht können wir Adonis mit jenem schönen alten Wort vom ‚Freigeist’ am genauesten charakterisieren", so Sartorius: "Er verweigert sich der herkömmlichen Rolle des Dichters, er setzt sich für die Befreiung der arabischen Frau ein und lehnt die alten patriarchalischen Strukturen ab, ersetzt auf Wandel und auf stete Veränderung. Auch hier gibt es eine Parallele zu Goethe. Die Rolle des Dichters, auch wenn er ‚in dürftiger Zeit' wirkt, ist groß gedacht. Er hat die Aufgabe, lähmende Traditionen abzuschütteln und feurig die Zukunft zu beschwören".

Der Schauspieler Otto Sander trug bei der Ehrung Gedichte des Preisträgers vor. Der Goethe-Preis wird alle drei Jahre von der Stadt Frankfurt vergeben und ist mit 50.000 Euro dotiert.