Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, würdigte die Preisträger als drei herausragende Persönlichkeiten der europäischen Öffentlichkeit, die mit ihrem Leben und Werk zu einem zusammenwachsenden, friedlichen und kreativen Europa beigetragen hätten.
Als "eindrucksvolles humanistisches Plädoyer" bezeichnete Lehmann das Lebenswerk von David Cornwell. In seinen millionenfach verkauften Spionagethrillern habe er die schwierige Rolle Deutschlands zur Zeit des Kalten Krieges literarisch verdichtet. 50 Jahre nach dem Mauerbau, 20 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion, 10 Jahre nach dem Terrorangriff auf das World Trade Center sei die Verleihung der Goethe-Medaille an le Carré ein "herausragendes kulturpolitisches Signal - von beklemmender Symbolkraft", so Lehmann.
Für seinen »herausragenden Beitrag zum Dialog zwischen Ost- und Westeuropa« wird der polnische Publizist Adam Michnik geehrt. Mit der Auszeichnung würdige das Goethe-Institut "einen mutigen, unbestechlichen und toleranten polnischen Rebellen, der nie müde geworden ist, in der europäischen Öffentlichkeit das Wort zu ergreifen", sagte Lehmann in seiner Laudatio.
Ebenfalls mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet wurde die französische "Regiegöttin" Ariane Mnouchkine. Vor über 40 Jahren hat sie das "Théâtre du Soleil" ins Leben gerufen, das sie bis heute leitet. Lehmann würdigte unter anderem "ihren Einsatz für die Freiheit der Künste und Künstler".
Die Goethe-Medaille wurde 1954 vom Vorstand des Goethe-Instituts gestiftet. 1975 wurde sie von der Bundesrepublik Deutschland als offizieller Orden anerkannt. Die Verleihung findet in Kooperation mit der Klassik Stiftung Weimar statt.