Auszeichnungen

Gutenberg-Preis an Elizabeth L. Eisenstein

6. Juli 2015
Redaktion Börsenblatt
Die US-amerikanische Buchwissenschaftlerin Elizabeth L. Eisenstein erhält den Gutenberg-Preis 2012. Die Verleihung findet am 23. Juni in Mainz statt.

"Elizabeth Eisenstein stellt die kulturhistorische Bedeutung und die Wirkungsgeschichte der Erfindung Gutenbergs in den Vordergrund, ohne die viele wegweisende Entwicklungen in der Gesellschaft nicht möglich gewesen wären", so Stephan Füssel, Präsidiumsmitglied der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft, in der Presseinformation. Die Jury ehrt Elizabeth Eisenstein als Wegbereiterin der buchwissenschaftlichen Forschung für ihr herausragendes Lebenswerk und ihre bedeutende Lehrtätigkeit. "Ich freue mich sehr", ergänzt die Mainzer Kulturdezernentin Marianne Grosse, "dass der Preis nach Lotte Hellinga-Querido 1989 nun zum zweiten Mal in seiner Geschichte an eine Frau verliehen wird."

Elizabeth Eisenstein hat sich in ihrer Forschung mit der Zeit des Frühdrucks und seinen Folgen für Kultur und Gesellschaft auseinandergesetzt. 
Ihr Hauptwerk "The Printing Press as an Agent of Change" (1980) gilt als Meilenstein einer modernen Buchforschung. Darin analysiert Eisenstein die Wirkung von Gutenbergs Erfindung auf die Bevölkerung Europas und thematisiert den Einfluss des Buchdrucks zum Beispiel für Reformation und Humanismus, aber auch für die Aufklärung. 2011 erschien ihr neues Werk, "Divine Art, Infernal Machine: The Reception of Printing in the West from First Impressions to the Sense of an Ending".

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird von der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft und der Stadt Mainz alle zwei Jahre verliehen. Das Kuratorium unter Leitung von Kulturdezernentin Marianne Grosse hat sich für die diesjährige Preisträgerin entschieden. Überreicht wird der Preis traditionell am Samstag der Johannisnacht im Ratssaal des Mainzer Rathauses im Rahmen der Mitgliederversammlung der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft – in diesem Jahr am 23. Juni.