Social Media

Virenschleuderpreis für Hanser und Binooki

6. Juli 2015
von Börsenblatt Online
Hanser-Verleger Michael Krüger twittert nicht und meidet Facebook. Trotzdem wollte er sein Team in Sachen Social Media unterstützen. Mit Erfolg.

Die monatliche Youtube-Serie "Michael Krüger spricht" siegte beim diesjährigen Virenschleuderpreis in der Kategorie "Marketing-Strategien".  Frauke Vollmer, die bei Hanser für den Bereich Social Media zuständig ist, hat die Kampage im Marketing-Team des Verlags entwickelt. "Authentizität war uns wichtig", so Vollmer, "wir wollten Michael Krüger so darstellen, wie wir ihn täglich im Verlag erleben." Die Video-Statements zu aktuellen Verlagsthemen werden nicht geschnitten oder nachbearbeitet.

Binooki, ein junger Verlag aus Berlin, veröffentlicht türkische Gegenwartsliteratur auf Deutsch. Die beiden Schwestern haben die Jury mit einem literarischen Foto-Contest überzeugt und erhielten die Auszeichnung in der Kategorie "Marketing-Maßnahmen". Der Verlag habe es geschafft, in kurzer Zeit und mit geringen Mitteln eine hohe Aufmerksamkeit für sein Programm zu schaffen.

In diesem Jahr wurden 53 Marketingkampagnen und -konzepte beim Virenschleuderpreis eingereicht. Zu den Teilnehmern gehörten Verlage, Buchhandlungen, Agenturen und Einzelpersonen.  "Das Niveau war höher als im vergangenen Jahr, die Kampagen sind zunehmend konzeptgetrieben", resümmiert Leander Wattig, Berater und Betreiber der Website "Ich mach was mit Büchern". Zusammen mit Carsten Raimann, Mitarbeiter beim E-Book-Shop Kobo und Blogger ("Books & Brains") richtet er den Preis dieses Jahr zum zweiten Mal aus. Bei der Auswahl der Gewinner schauten sich die beiden Juroren das Aufwand-/Nutzenverhältnis der Marketingmaßnahme genau an. Geprüft wurden alle Konzepte, die es über eine öffentliche Abstimmung auf die Shortlist geschafft hatten. 

Für die nächste Runde sind einige Konzeptänderungen angedacht: Zum einen sollen Marketing-Kampagnen ohne Beschränkung auf "social" eingereicht werden können. "Social Media ist mittlerweile ein selbstverständlicher Teil von Marketing-Kampangen, so dass eine Trennung in zwei Welten nicht mehr sinnvoll wäre, meint Leander Wattig. Zum anderen soll der Wettbewerb auch anderen Kreativbranchen offen stehen. 

Alle Einreichungen sind auf der Site des Virenschleuderpreises detailliert beschrieben und können als Best-Practice-Beispiele genutzt werden.