Debütpreis

Mara-Cassens-Preis für Andreas Widmann

6. Juli 2015
Redaktion Börsenblatt
"Die Glücksparade", erschienen im Rowohlt Verlag, erhält der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Andreas Martin Widmann den mit 15.000 Euro dotierten Mara-Cassens-Preis für den ersten Roman des Literaturhauses Hamburg.
Die Jury begründete ihre Entscheidung so: „Mit sparsamer, gelassener und vor allem einfühlsamer Sprache schildert Andreas Martin Widmann die kleine Welt der Abgestiegenen und damit ein Milieu, zu dem die wenigsten Zugang haben. In der schlichten und dadurch kraftvollen Erzählweise liegt die literarische Größe des Romans. Es ist eine leise Schilderung des Erwachsenwerdens in prekären Verhältnissen, auf der schmalen Bühne eines Campingplatzes. Wie der junge Held Simon sich selbst am Schopfe der Perspektivlosigkeit packt und wieder Hoffnung zu schöpfen vermag, gehört zu den großen Leseerlebnissen des Jahres 2012. Andreas Martin Widmann ist ein Meister der Empathie.”

Andreas Martin Widmann ist Jahrgang 1979 und promovierter Literaturwissenschaftler. Neben Ausflügen in die literarisch schreibende Zunft in Zeitschriften wie „Edit“, „Am Erker“ und „Sprache im technischen Zeitalter“ hat er vor allem wissenschaftlich veröffentlicht. Derzeit unterrichtet er am Department of German des University College London. Für seine Arbeit an „Die Glücksparade“ hat er zahlreiche Stipendien gewonnen und wurde für das Manuskript 2010 mit dem Robert-Gernhardt-Preis ausgezeichnet. Andreas Martin Widmann lebt in London.