Aktuelle Trends und Entwicklungen rund um die zerklüftete Bildungslandschaft Deutschlands spiegelt die Bildungsmesse Didacta wie kein anderes Branchenevent wider. Auf der Messe wird zudem Politik gemacht: Bei den rund 1.500 Kongresstreffen, Vorträgen und Workshops richtet der federführende Verband Bildungsmedien sicher auch dieses Jahr wieder Botschaften und Appelle an die Öffentlichkeit und die Entscheider in der Politik. 2011 warnte etwa Wilmar Diepgrond, Vorsitzender des Verbands: "Deutschland droht der Abstieg in die zweite Bildungsliga."
Hintergrund der scharfen Warnung: Der Verband fordert mehr Investitionen der öffentlichen Hand in Bildungsmedien sowie eine gesonderte Kostenbeteiligung an der Entwicklung digitaler Lernlösungen für den Schulbetrieb. Trotz folgenreicher politischer Reformen (Ausbau der Kindertagesstätten und Ganztagsschulen) ist der Branchenumsatz nach Angaben des Verbands Bildungsmedien weiterhin rückläufig: 2008 lag er noch bei 470 Millionen Euro, 2011 war er auf 441 Millionen Euro gefallen. 2012 dürfte diese Talfahrt nach ersten Schätzungen des Verbands weitergegangen sein. Details werden traditionell auf der Bildungsmesse verkündet.
Positiv ist indes die Entwicklung der Besucherzahlen auf der Didacta: Rund 100.000 Besucher werden im Februar auf der Wanderausstellung erwartet. Zur größten Bildungsmesse Europas haben sich in diesem Jahr 800 Aussteller aus mehr als einem Dutzend Ländern angemeldet. Eltern und Erzieher, Lehrer und Bibliothekare, Buchhändler, Verleger und Dienstleister kommen nach Köln, um sich über das aktuelle Angebot zu informieren.
Nach drei Jahren kehrt die Didacta damit wieder an ihren besucherstärksten Standort zurück. Nach Hannover strömten im vergangenen Jahr 80.000 Menschen, nach Stuttgart kamen 2011 etwa 95.000 Besucher. Wirft man einen Blick auf die Entwicklung der einzelnen Standorte, ist in allen Gastgeber-Städten ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen.
Inhaltlich geht es auf der Kölner Bildungsmesse in diesem Jahr vor allem um folgende Themen:
- Digitales Lehren und Lernen
- Bildungsgerechtigkeit
- Inklusion
- Herausforderungen für Kindertagesstätten
- Datenschutz und Urheberrecht an Schulen.
Ein weiteres Highlight, mit dem der Verband Bildungsmedien werben will, sind die Fortschritte der 2012 gestarteten gemeinsamen Plattform Digitale Schulbücher, zu der nun erste Praxiserfahrungen vorliegen. Im Forum E-Learning werden außerdem Musterbeispiele aus Schulen, Universitäten und Unternehmen präsentiert – ein kos-tenpflichtiges Seminar zum Thema ergänzt das Fortbildungsangebot auf dem Kölner Bildungsgipfel.
kum
Spickzettel zur Didacta 2013
- Programm: 1.500 Seminare, Workshops, Podiumsrunden in zwei Kongresszentren
- Themen: Kita, Schule, Hochschule, Beratung, Aus- und Fortbildung, Technik
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Aussteller: 844
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Fläche: 74.300 Quadratmeter
Blick ins Programm
- Forum Bildung: 20 Veranstaltungen rund um Bildungsgerechtigkeit, digitales Lernen und demografischen Wandel
- Forum Unterrichtspraxis: 25 Vorträge zu Didaktik und Unterrichtsgestaltung
- Marktplatz Beruf ist Zukunft: 20 Seminare und Podien zu Ausbildung, Fortbildung, Globalisierung, demografischem Wandel
- Forum E-Learning: Tagung E-Learning, Best-practice-Beispiele auf dem Markt
Mehr zum Thema Lernhilfen lesen Sie in unserem heute erschienenen Börsenblatt Spezial (4 / 2013).