Macmillan war der letzte von fünf Verlagen, die sich gegen eine (wie in den Medien spekuliert wurde, angeblich von Amazon initiierten) Klage vor dem US-Gericht gewehrt hatten (involviert sind alle US-Bundesstaaten außer Minnesota). Davon war am vergangenen Freitag allerdings nicht mehr viel zu spüren, wie "Publishers Weekly" meldet: Nach 15 Minuten Anhörung konnte Richterin Denise Cote die millionenschwere Einigung zwischen Macmillan, Hachette, HarperCollins, Penguin und Simon & Schuster offiziell machen: Die Preisabsprachen zwischen den fünf großen Verlagen und dem meinstbegünstigten Apple haben damit ein Ende. Die Wettbewerbshüter hatten in den Preisabsprachen mit Apple ein E-Book-Kartell gewittert: Apple war der garantiert günstigste Verkäufer, im Gegenzug durften die Verlage die Verkaufspreise für ihre E-Books selbst festsetzen.
Nun dürfen die Händler den Verkaufspreis selbst festlegen – und Preisdumping betreiben. Während US-Richterin Cote die Einigung als "vollkommen fair und vernünftig" bezeichnete, zittern die US-Verlage nun davor, dass Amazon ihre E-Books für 9,99 $ in den USA verramscht. Dass Apple-Model sah im Fall von Macmillan bis zu einem Drittel höhere Verkaufspreise vor.
Apple hat angekündigt, weiter gegen juristisch gegen den Kartellvorwurf vorzugehen. Im Juni soll der Fall erneut verhandelt werden. Außerdem läuft noch eine Sammelklage von Verbrauchern, die der Meinung sind, zu viel Geld für ihre E-Books bezahlt zu haben.
Auch in Europa einigten sich Verlage bereits auf einen ähnlichen Vergleich.