Deutsche Fachpresse

"Die Transformation rührt an das Selbstverständnis der Verlage"

27. Februar 2013
Redaktion Börsenblatt
"Transformation erfolgreich gestalten" – so lautet das Motto des diesjährigen Kongresses der Deutschen Fachpresse, der am 5. und 6. Juni in Essen stattfindet. Boersenblatt.net sprach mit Bernd Adam, Geschäftsführer der Deutschen Fachpresse, über die Veränderungsprozesse in der Branche.

Das Motto des diesjährigen Fachpresse-Kongresses heißt "Transformation erfolgreich gestalten". Davon ist in den Fach- und Wissenschaftsverlagen schon seit Jahren die Rede. Was hat sich an dem Befund geändert?
Der Transformationsprozess an sich ist nicht neu. Was sich aber beschleunigt hat, ist die Veränderungsgeschwindigkeit. Die Technologien zur Informationsaufbereitung und –verarbeitung werden immer mächtiger, und der Kunde erwartet immer komplexere Lösungen. Die Information allein zählt nicht mehr, sondern vielmehr der konkrete Nutzen, den die Information in meiner Arbeitsumgebung bringt. Hier steht also der Effizienzgewinn eindeutig im Vordergrund.

Was hat der Transformationsprozess für Konsequenzen für den Werbemarkt?
Die Direktkommunikation wird für die Anzeigenkunden wird immer wichtiger. Vor allem die Kontakte in den sozialen Netzwerken nehmen an Bedeutung zu. Die Fachmedien stellt dies vor die Frage, welchen Mehrwert sie bieten können, welche Rolle Sie in Zukunft einnehmen wollen. Dazu gehört beispielsweise Content-Marketing, mit dem man Werbetreibende und Kunden ganz neu zusammenbringen kann.

Wir wirkt sich der Veränderungsprozess auf die Wissenschaftsverlage aus?
Vor allem die STM-Verlage sind mit der technologischen Entwicklung teilweise weiter vorangeschritten als etwa ein Industrieverlag – als Stichwörter seien hier "Semantic Web" und "Kollaborationsplattformen" genannt. Auf dem Kongress in Essen wird unter anderen das Start-Up Mendeley ein interessantes Modell vorstellen.

Und in den praxisorientierten Fachverlagen?
Dort geht es vor allem darum, relevante Informationen so zu erschließen und zugänglich zu machen, dass sie unmittelbar in den Workflow integriert werden können. Beispiele sind Haufe-Lexware oder Wolters Kluwer, die beide ihre Strategien auf dem Kongress vorstellen werden.

Wie verändert sich die Rolle der Verlage?
Es verändern sich nicht nur die Prozesse im Inneren eines Verlagshauses – die Transformation rührt auch an das Selbstverständnis der Verlage. Viele Häuser agieren heute schon als Fachmedienunternehmen oder Informationsdienstleister. Für die Mitarbeiter heißt das, sich ständig weiter zu qualifizieren, für die Rekrutierung, dass Spezialisten für die neuen Jobprofile, etwa in der IT-Entwicklung, gefunden werden müssen.