Mit der Summe sollen, wie die Penguin-Mutter Pearson mitteilt, betroffene Verbraucher entschädigt werden. Hinzu kommen Prozesskosten und Gebühren (laut "Publishers Weekly" rund weitere 15 Millionen US-Dollar). Der Vereinbarung muss nun noch gerichtlich genehmigt werden. Pearson fügt an, dass man angesichts der erwarteten Einigung bereits 40 Millionen US-Dollar in der Bilanz 2012 zurückgestellt habe. Der Rest der Summe soll im Zuge der Fusion von Penguin mit Random House verbucht werden.
Penguin ist der letzte der fünf großen Verlage in den USA, der sich im Verfahren um Preisabsprachen bei E-Books außergerichtlich mit den Sammelklägern geeinigt hat. Im August 2012 akzeptierten Hachette, HarperCollins und Simon & Schuster die Zahlung von insgesamt mehr als 69 Millionen US-Dollar, im Februar 2013 folgte Macmillan. Der Verlag erklärte sich zur Zahlung von 20 Millionen US-Dollar bereit, um das Verfahren zu beenden.
Die US-Regierung hatte ursprünglich Apple und den Verlagen Penguin, Macmillan (Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck), Simon & Schuster, Hachette Book Group und HarperCollins illegale Preisabsprachen im E-Book-Geschäft (über das sogenannte "Agenturmodell") vorgeworfen. Bis Anfang 2013 hatten sich alle fünf Verlage mit den Justizbehörden auf einen Vergleich geeinigt.
Dabei hatte Penguin im Dezember 2012 einen Vergelich mit dem US-Justizministerium geschlossen. Mit der jetzt erfolgten Einigung auf eine Zahlung von 75 Millionen US-Dollar wolle man dem Vergleich mit der Justizbehörde treu bleiben, so Pearson.
Demnach sitzt nur noch Apple auf der Anklagebank, wenn am 3. Juni vor Gericht verhandelt wird, ob das "Agency Model" rechtens ist oder nicht.